Vicious Love – L.J. Shen

 

Verlag: LXY

Format: eBook, 448 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0686-8

Preis: € 13,30 (A), € 12,90 (D), € 9,99 (eBook)

Bewertung:   

 

Abermals gilt mein Dank für dieses Rezensionsexemplar netgalley.de und LYX (Bastei Lübbe Verlag). Dieses Buch habe ich angefrag, weil ich die Bücher von L.J. Shen echt toll finde. Ihre Helden sind etwas unkonventionell, ziemlich rau und regelrechte Flegel, sie sind Alphamänner durch und durch, auf den ersten Blick nicht immer die liebenswertesten und wenn sie etwas sehen, das sie wollen, dann nehmen sie es sich – und zwar ohen Rücksicht auf Verluste. Im Endeffekt sind sie ihrer jeweiligen Herzensdame gegenüber aber ziemlich handzahm.

Baron „Vicious“ Spencer ist seit seiner Jugendzeit genau das, was sein Name sagt: gemein! Als Emilia LeBlanc unerwartet mit ihren Eltern nach Los Angeles ziehen muss, um für ihre schwerkranke Schwester Rosie ärztliche Versorgung zu garantieren, ist sie an der All Saints High School die Außenseiterin. Dies liegt daran, dass sie nicht zu den priviligierten Schülern gehört, sondern die Tochter von Dienstboten ist. Ihre Eltern haben Jobs im Hause Spencer angenommen, um genügend Geld für Rosies Medikamente zu verdienen. Vicious Mutter ist gestorben, als der Junge 9 Jahre alt war, sein Vater hat wieder geheiratet und seine Stiefmutter hat ihren Bruder Daryl in der Villa einquartiert. Er ist fest in dem Glauben, dass Emilia ihn und Daryl belauscht hat und sein größtes Geheimnis kennt. Für den frustrierten, verwöhnten jungen Mann ein Grund Emilia das Leben für den Rest des Schuljahres zur Hölle zu machen und sie sofort nach ihrem Abschluss aus der Stadt zu verjagen.

Zehn Jahre später treffen die beiden unerwartet wieder aufeinander. Vicious ist ein erfolgreicher und skrupelloser Anwalt für die Firma, die er mit seinen drei besten Freunden (Jamie, Trent und Dean) aus Jugenzeiten gegründet hat. Emilia hat gerade ihren Job als Sekretärin verloren, kann die kaum die Miete und Essen bezahlen und auch nicht die Medikamente für Rosie, die bei ihr lebt. Vicious, der seit dem Tod seiner Mutter einen Groll gegen seinen Vater, dessen Ehefrau Josephine und deren Bruder Daryl hegt, macht Emilia ein Angebot, dass sie auf Grund seiner finanziellen Natur nicht ausschlagen kann. Das bedeutet für sie allerdings, dass sie sich wie vor 10 Jahren wieder in die Höhle des Löwen begibt. Sie muss sich Vicious Gemeinheiten im Gegenzug für Geld, das sie unbedingt braucht, gefallen lassen und ihn im Kampf gegen die verhasste Familie unterstützen. Emilia erfährt Dinge, von denen sie lieber nichts gewusst hätte, und muss sich zusammenreißen, damit sie sich nicht in den eigentlich verhassten Mann aus ihrer Vergangenheit unsterblich verliebt.

Vicious Love ist Teil 1 der Sinners of Saint-Reihe und nichts für zarte Gemüter! Wer ungehobelte, rüpelhafte, taktlose Männer ohne jegliche Manieren nicht mag, der sollte von dieser Serie lieber die Finger lassen. Vicious Spencer ist nicht der typische Book-Boyfriend. Er ist eine eher finstere Gestalt mit schwarzem Haar, funkelnd blauen Augen, blasser Haut und markanten Gesichtszügen. Er ist unhöflich, gemein und zu Beginn ein richtiges Arschloch. Stimmt nicht, er ist auch später ein Arschloch, aber sobald man die Hintergründe für sein Verhalten kennt, ändert man automatisch seine Meinung über ihn und hat ein wenig Verständnis und eine große Portion Mitleid. Aufgewachsen in Reichtum, war er bis zum Tod seiner Mutter eigentlich ein liebes Kind. Doch ihr Tod, die neue Frau seines Vaters und deren Bruder, haben alles verändert, haben aus ihm einen harten, herzlosen und hasserfüllten Menschen gemacht. Er war in der Highschool nicht beliebt, weil er so ein toller Kerl war, sondern weil seiner Familie die halbe Stadt gehört – Einkaufszentren, Bürogebäude, Pipeline-Unternehmen. Jeder wollte etwas von ihm, er wollte immer nur den richtigen Zeitpunkt abwarten und dann den Tod seiner Mutter rächen. Seine drei besten Freunde und er sind überall als die 4 HotHoles bekannt (vier heiße Arschlöcher – ja, so werden sie überall genannt): Vicious, Trent, Dean und Jamie. Sie sind reich, kompromisslos, versaut, verbringen ihre Zeit miteinander und sind sehr loyal. Irgendwie wirkt die Freundschaft trotzdem nicht so hundert prozentig ideal, dauernd gibt es Streit untereinander und dieser artet regelrecht aus. Im Notfall halten sie aber zusammen wie Pech und Schwefel und das fand ich richtig toll, vor allem, dass sie trotz allem was geschieht auch nach so vielen Jahren noch befreundet sind.

Emilia LeBlanc wird von Vicious ab dem ersten Aufeinandertreffen sehr schlecht behandelt. Das ist mir ein wenig auf die Nerven gegangen. Die ständigen Sticheleien und Beschimpfungen, wenn Emilia ihm so zuwider war, dann hätte er ihr einfach aus dem Weg gehen können. Dabei war eigentlich von Anfang an klar, dass er in sie verliebt war. Denn wie heißt es so schön: Was sich liebt, das neckt sich. Und das trifft hier absolut zu und war von Anfang an durchschaubar. Emilia ist gut erzogen und ein wenig naiv, sie flucht nie, ist gut in der Schule und kümmert sich aufopferungsvoll um ihre schwerkranke Schwester Rosie. Eigentlich ist sie auch eine mutige Frau, aber vor Vicious hat sie irgendwie Angst. Manchmal, wenn er sie mit seinen leeren Augen ansieht, würde sie sich am liebsten verkriechen. Andererseits ist er so faszinierend für sie, dass sie sich schon mit 17 unglücklich in ihn verliebt, obwohl er nie auch nur einen Blick oder ein nettes Wort für sie übrig hat. Als sie beginnt sich mit Dean zu treffen, rastet Vicious total aus. Er ist es auch, der die beiden auseinander bringt und Emilia kurz vor ihrem 18. Geburtstag regelrecht aus der Stadt jagt. Emilia tat mir richtig leid, abgesehen davon, dass der Mann, in den sie verliebt war nichts von ihr wissen wollte, hatte sie die ganze Geschichte über eigentlich auch nie eine Freundin, ihre einzige Vertraute ist ihre Schwester. Und selbst die ist ihr in den Rücken gefallen, als sie Vicious geküsst hat. Ihre Beweggründe sich zu Vicious hingezogen zu fühlen oder sich gar in ihn zu verlieben, konnte ich anfangs nicht nachvollziehen. Der Kerl war immer nur grob zu ihr. Aber wo die Liebe hinfällt.

Mir hat die Story richtig gut gefallen, L.J. Shen hat einen ganz eigenen Schreibstil, sie versteht es wirklich den Bad Boy aus einem Mann herauszuholen und ihn am Ende nicht wie einen liebeskranken Welpen aussehen zu lassen. Ich persönliche finde es echt gut, wenn sich die Figuren bis zum Ende treu bleiben. Das gelingt leider nicht immer. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende gut durchdacht und ergibt einen Sinn. Sie ist sowohl aus Emilias als auch aus Vicious Sicht geschrieben. Die Autorin hat diesem Buch eine Soundtrack Liste hinzugefügt, ich mag das ganz gerne, Musik unterstreicht oft das, was mit dem geschriebenen ausgesagt werden möchte. Und ich muss meinen Hut vor der Übersetzerin Patricia Woitynek ziehen, sie hat die Übersetzung dieses Buches exzellent hinbekommen. Die deutsche Version zu lesen hat genauso viel Spaß gemacht, wie das Original.

Fazit

Wer auf richtige Bad Boys steht, der ist hier genau richtig. Die überheblichen Jungs der All Saints High sind zwar nicht der Traum einer jeden Schwiegermutter, aber wie immer gibt es am Ende ein heiß ersehntes Happy End.

AutorIn

L.J. Shen lebt mit ihrem Mann, dem gemeinsamen Sohn und ihrer fetten Katze in Nordkalifornien. Sie schreibt zeitgenössische Liebesromane und New Adult und hat bereits neun Bücher veröffentlicht. Sie schätzt die einfachen Dinge im Leben wie Zeit mir ihrer Familie und Freunden zu verbringen, lesen, Netflix ansehen oder Stephen James online zu stalken. Sie selbst liest drei bis fünf Bücher pro Woche und ist der Überzeugung, dass Crocs und Vokuhila-Frisuren gesetzlich verboten gehören.

 

 

 

 

 

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