To the Stars: Wenn du die Sterne berührst – Molly McAdams

 

Verlag: Mira Taschenbuch, Harper Collins

Format: eBook, 336 Seiten

IBAN: 9783956499746

Preis: € 10,33 (A), € 9,99 (D), € 7,99 (eBook)

Bewertung:

 

To The Stars – Wenn du die Sterne berührst aus der Feder der Autorin Molly McAdams wurde mir von netgalley.de zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür. In diesem bereits zweiten Teil aus der Thatch–Serie behandelt die Autorin das Thema häusliche Gewalt unter der die 22-jährige Harlow seit dem Beginn ihrer Ehe leidet. Ein schwieriges und leider immer wieder aktuelles Thema.

Nachdem die 18-jährige Harlow drei Jahre lang vergeblich auf die große Liebe ihres Lebens gewartet hat, entschließt sie sich im denkbar ungünstigsten Zeitpunkt dazu, ihr Leben auch ohne Knox Alexander weiter zu leben und zu genießen. Diese Entscheidung trifft sie am selben Tag, als Knox sich endlich dazu entschließt sich bei ihr zu melden. Doch als Harlow ihm in ihrem verletzten Stolz mitteilt, dass sie nicht wie versprochen auf ihn gewartet hat, bricht für beide eine kleine Welt zusammen. Harlow flüchtet sich in die Arme von Collin, der sie mit Geschenken überhäuft und sie wie eine Prinzessin behandelt. Im Gegenteil zu Knox nimmt er Kenntnis von ihr und dass ist genau das, was Harlow jetzt braucht. Ihre Gefühle für Knox kann sie jedoch nicht abstellen und so ist sie sich unsicher, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

Sicher ist sie sich allerdings einige Jahre später, als sie sich in einer lieblosen und gewalttätigen Ehe mit Collin wiederfindet. Anfangs gab es keine Anzeichen, dass ihr Verlobter und zukünftiger Ehemann gewalttätig wäre, doch schon kurz nach ihrer Eheschließung geriet so manche Situation aus den Fugen und Collin droht seiner Frau sogar damit ihre Familie zu töten, sollte sie sich nicht seinem Willen fügen oder jemandem vom Missbrauch erzählen. Also ergibt sich die junge Frau ihrem Schicksal und ihrem tyrannischen Ehemann. Aus dem einst sorglosen, lebensfrohen Mädchen wurde eine in sich gekehrte, verschlossene und ängstliche Frau. Der Missbrauch durch ihren Mann hinterlässt aber nicht nur psychischen Knacks sondern auch sichtbaren, körperlichen Schäden. Harlow kann kaum essen und besteht nur noch aus Haut und Knochen, sie hat dunkle Augenringe und sieht krank aus.

Das bemerkt auch Knox, als er sie nach vier Jahren zufällig wieder trifft und all seine Gefühle für das Mädchen von damals wieder hochkommen. Seine Erinnerungen an Harlow, die einfach zu jung für ihn war und er dennoch genau wusste, dass sie irgendwann „Sein“ sein wird. Im ersten Moment befürchtet er, dass Harlow an einer unheilbaren Krankheit leidet und sterben muss, als er jedoch erfährt, dass ihr Mann sie brutal Misshandelt, brennen bei ihm fast die Sicherungen durch. Nur Harlows Flehen kann ihn davon abhalten Collin bei der Polizei zu melden. Auch Harlow findet sich in einem Aufruhr ihrer Gefühle wieder. Kann Knox sie nach allem was passiert ist immer noch lieben und kann sie es mit seiner Hilfe, oder vielleicht auch alleine, schaffen sich aus ihrer persönlichen Hölle zu befreien?

Wenn ich ehrlich sein soll, dann weiß ich gar nicht, wo ich mit meiner Meinung zu diesem Buch anfangen soll. Mir hat es einfach nicht gefallen. Warum werde ich gleich näher ausführen, möchte aber vorweg darauf hinweisen, dass meine Rezension ABSOLUT NICHT SPOILERFREI ist und wenn jemand das Buch unvoreingenommen lesen möchte, dann bitte ich darum, ab hier nicht weiterzulesen.

Harlow ist 15 Jahre alt als sie den 18-jährigen Knox kennen lernt. Die beiden treffen und unterhalten sich eine Nacht lang und sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu trennen. Doch Knox denkt, dass er in Schwierigkeiten kommen könnte, wenn er sich mit einer minderjährigen einlassen würde. Zumindest lässt er sich damit ständig von seinen „Freunden“ Graham und Deacon aufziehen. Die beiden sind vom ersten Moment an absolut gegen die Verbindung zwischen Harlow und Knox und lassen das Harlow auch spüren, sie nehmen sich kein Blatt vor den Mund. Ich dachte die ganze Zeit nur: Was hast du für Freunde? Freunde sollen einen unterstützen in schwierigen Zeiten und es einem nicht auch noch zusätzlich schwer machen. Außerdem waren Harlows Eltern bereits damals Knox-Befürworter, weil er sie gut behandelt und zu nichts (also Sex) gedrängt hat. Wer hätte den beiden, was ihren Altersunterschied angeht, Schwierigkeiten machen sollen? Für mich war dieser ganze Punkt der Geschichte einfach nicht nachvollziehbar und unrealistisch.

Keine zwei Wochen nach dem ersten Kennenlernen sagt er dem Mädchen, dass er sie liebt und immer auf sie warten wird. Trotzdem hat er während der ganzen Zeit immer wieder eine Freundin. Das hat mich beim Lesen ziemlich verwirrt und wenn ich ehrlich bin aufgeregt. Entweder liebt er sie oder nicht und wenn er sie liebt, dann wartet er. Aber auch Harlow ist offensichtlich kein Kind von Traurigkeit, lässt sie sich doch auf dem College so schnell es geht mit ihrem zukünftigen Mann ein. Und das obwohl ihr 18. Geburtstag bald naht und sie und Knox doch eigentlich nur auf genau diesen Tag gewartet haben, um zusammen sein zu können. Sie hat sich bis zu diesem Zeitpunkt für einen Mann (eher einen Jungen) aufgehoben und am selben Tag lässt sie sich dann aber von Collin „deflorieren“ – absolut unverständlich!!!!!!! Diese ganze Geschichte macht meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn.

Nun gut, sie hat ihre Entscheidung getroffen und teilt diese Knox am Telefon auch mit und im nächsten Moment bereut sie sie aber wieder. Obwohl ihre Beziehung zu Collin anfangs gut – also ohne Gewalt – verläuft, muss sie jeden Tag an Knox denken, träumt von ihm. Warum hat sie sich denn dann nicht für ihn entschieden? Sie hätte ja, als ihr der Irrtum klar wurde, sofort mit Collin Schluss machen können, sogar müssen, um Knox aufzusuchen. Die Handlungen der Figuren sind mir total unerklärlich, widersprüchlich und bis zu diesem Zeitpunkt unfreiwillig komisch, wenn man genau darüber nachdenkt.

Und dann beginnen die Misshandlungen durch Collin. Harlow wird ein Schatten ihrer selbst, kommt aus dieser Situation, angstbedingt, einfach nicht mehr heraus. Natürlich kann sie Collin jetzt nicht mehr verlassen, wo er ihr doch damit droht ihre Familie auszuschalten. Ich glaube das war der einzige Punkt in diesem Buch, der nachvollziehbar war. Während dieser qualvollen Zeit trifft sie auf Knox und wie hätte es auch anders sein können, er gesteht ihr sofort, dass er sie noch immer unendlich liebt. So weit so gut. Er ist nicht (oder nicht wirklich) sauer auf sie, möchte sie wieder sehen. Das tun die beiden auch und ab da wurde es mir dann aber auch echt zu viel.

Knox erfährt innerhalb kürzester Zeit von Collins Ausbrüchen und möchte Harlow aus ihrer persönlichen Hölle befreien. Das ist ja auch sehr löblich, aber sein und auch Harlows Verhalten und ihre Reaktion auf manche Situationen sind mir echt ein Rätsel. Ein Beispiel: Er trifft im Supermarkt auf Harlow, die gemeinsam mit Collin einkaufen gefahren ist. Sie treffen in einem Gang aufeinander, Harlow berichtet ihm, dass er sie schon wieder geschlagen hat. Sie weint, hat furchtbare Angst und obwohl Collin jederzeit in dem Gang auftauchen könnte, küssen sich die beiden mitten im Supermarkt und unter den Augen von Knox Arbeitskollegen. Er macht sich schreckliche Sorgen um Harlow, Harlow hat fürchterliche Angst, aber sie riskieren beide wissentlich von Collin entdeckt zu werden??? Als sie sich im nächsten Moment voneinander trennen, scherzen Knox´ Arbeitskollegen darüber, dass Knox im Supermarkt nicht einkauft sondern einen Frau zum Rumknutschen findet und wie reagiert Knox darauf? Er lacht ausgelassen mit den Männern darüber. Wo bleibt die Sorge um Harlow? Verhält man sich so, wenn man um das Leben einer geliebten Person fürchten muss? Und wie kann es sein, dass die beiden bei der ersten Gelegenheit und nur wenige Tage, nachdem Collin Harlow grün und blau geschlagen hat und sie furchtbare Schmerzen im ganzen Körper hat, in Harlows Haus übereinander herfallen und Sex haben? Natürlich, das erste Mal in ihrem Leben und obwohl ihr Körper geschunden ist, genießt sie es. Da fehlen mir einfach die Worte.

Leider ziehen sich diese ganzen Ungereimtheiten quer durch das komplette Buch. Normalerweise versuche ich immer so viel Positives wie möglich in einem Buch zu finden, leider ist mir das bei dieser Geschichte nicht gelungen. Und das, obwohl ich mich echt darauf gefreut habe, denn ich habe so viel Gutes über dieses Buch gehört.  Ich konnte auch die Verbindung zwischen Harlow und Knox die ganze Zeit über einfach nicht spüren. Die Gewalt, die Harlow im Buch angetan wird ist furchtbar und dieses Thema wurde auch gut herausgearbeitet. Collins Figur, sein Wesen, seine unterschiedlichen Persönlichkeiten wurde meiner Meinung nach sogar echt gut dargestellt, aber den Rest fand ich leider nicht so berauschend.

Fazit

Ich bewerte dieses Buch mit zwei Pfoten, weil der Grundgedanke ein guter war und die Geschichte sprachlich auch echt gut erzählt wurde. Leider ist mir die Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit des Themas häusliche Gewalt aber auf Grund der Absurdität mancher Handlungen irgendwie abhanden gekommen.

AutorIn

Molly McAdams wuchs in Kalifornien auf und lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Texas. Das Schreiben ist nicht ihre einzige Leidenschaft: sie wandert, fährt Snowboard und reist um die Welt. Die Autorin liebt fittierte Essigurken und Gewitter, weil man sich da so schön unter die Bettdecke kuscheln kann.

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