Rock’n’Rallye – Annie Stone

 

Format: eBook, Seiten

ASIN: B07FJW4117

Preis: € 3,49 (Kindle Edition)

Meine Bewertung:     

 

 

Während ich zu Hause sitze und ein Buch nach dem anderen verschlinge, hat meine liebe Freundin Annie Stone mal ganz nebenbei ein paar ganz tolle Worte aus ihrer Zauberfeder geschüttelt. Rock’n’Rallye ist bereits ihr 29. Buch (wenn ich mich nicht verzählt habe, englische ausgenommen) und wieder mal unverkennbar Annie Stone. Ich hatte die Ehre dieses Buch schon vorab lesen zu dürfen und war begeistert.

It-Girl Aubrey Galloway, 28, befindet sich gerade auf Ibiza, als sie nach einer wilden Nacht wieder einmal negativ in den Schlagzeilen auftaucht. Der Absturz nach dieser Nacht ist tief, doch dass sie noch tiefer fallen kann, wird ihr im nächsten Moment klar, als ihr Onkel ihr am Telefon vom unerwarteten Tod ihres Vaters berichtet. Die beiden gingen vor Monaten im Streit auseinander und nun will Aubrey es nicht wahrhaben, dass sie ihren trotz allem geliebten Vater nie mehr wiedersehen wird, ihm nie wieder sagen kann, dass es ihr leid tut und sie ihn liebt. Fest davon überzeugt, dass sie die alleinige Schuld am Auseinanderbrechen ihrer Familie trägt, zerbricht die junge Frau fast am Tod ihres Vaters und dem Wissen, es nicht wieder gutmachen zu können. Doch das ändert sich nach der Testamentsvollstreckung, bei der Aubrey den wertvollsten Besitz ihres Vaters erbt: seinen heißgeliebten Rennstall Gally-Rally. Im ersten Moment ist sie schockiert, denn sie war sich sicher, dass das Stiefmonster alles erben wird. Der Schock weicht in kürzester Zeit Verzweiflung, weil sie keine Ahnung hat, wie man einen Rennstall leitet, wie man sich in einer Männerdomäne wie dieser durchsetzen soll. Doch Aubrey sieht ihre große Chance. Eine Möglichkeit ihr Verhalten wieder gutzumachen, indem sie Gally-Rally erfolgreich im Namen ihres Vaters weiterführt. Zurück bringt ihn das natürlich nicht, aber Aubrey ist es ihm schuldig und so setzt sie alles daran, dass das Unternehmen erfolgreich läuft.

Womit sie nicht rechnet ist, dass die größtenteils männlichen Mitarbeiter sich nicht von einer Frau führen lassen wollen und so steht Aubrey bereits am zweiten Arbeitstag ohne Fahrer und ohne Mechaniker fast alleine da. Einzig und alleine die Sekretärin ihres Vaters, ein alteingesessener Mechaniker und ihr Onkel Herbert stehen ihr bei. Gemeinsam müssen sie einen Fahrer finden, damit sie beim nächsten großen Rennen, dem weltberühmten El Sur, antreten und im besten Fall auch noch gewinnen können. Doch niemand will für sie arbeiten. Niemand außer Kyle Buchanan, Bad Boy im Rallye-Sport, auf den man sich nicht verlassen kann, der zu viel trinkt, sich gerne mal prügelt und genau weiß, dass Aubrey in einer Notsituation ist und das im Bezug auf seinen Gehaltsscheck maßlos ausnutzt. Aber Aubrey hat keine andere Wahl und als ihr Navigator auch noch ausfällt und sie für ihn einspringen muss, lernt sie ein vollkommen anderes Leben kennen, als sie es bisher gelebt hat und sie lernt, dass man Menschen nicht nach dem beurteilen sollte, was andere über sie sagen. Schon gar nicht, wenn sie Kyle Buchanan heißen.
Aubrey Galloway ist 28 Jahre alt und hat in ihrem Leben eigentlich nichts erreicht. Sie hat keine Ausbildung, ist ein verwöhntes Trustfund-Baby, trinkt, nimmt Drogen und feiert bis zum Umfallen. Sie jettet von einem Club zum nächsten und die Paparazzi sind nie weit weg, um ihren Absturz immer und immer wieder zu dokumentieren. Seit dem Tod ihrer Mutter vor 14 Jahren bekommt sie ihr Leben einfach nicht in den Griff, das Verhältnis zu ihrer Familie hat sie durch ihr Verhalten immer mehr verschlechtert und sie hat eigentlich keinen Kontakt mehr. Mit ihrer Stiefmutter Candy hat sie sich von Beginn an nicht vertragen, konnte einfach nicht verstehen, dass ihr Vater die geliebte Mutter einfach ersetzt hat. Nur mit Hilfe von Alkohol und Drogen konnte sie ihr Leben einigermaßen bewältigen, den Schmerz über den Selbstmord ihrer depressiven Mutter aushalten. Obwohl ich selbst nicht viel von Menschen halte, die sich mit Hilfsmittel betäuben müssen, um zurecht zu kommen, tut mir Aubrey ziemlich leid. Man hat zwar versucht ihr zu helfen, aber offensichtlich nie so richtig und sie war eigentlich immer auf sich alleine gestellt, musste mit allem allein klar kommen. Was mir an ihrer Figur sehr gut gefällt ist, dass sie selbst genau weiß, dass sie in ihrem Leben nichts erreicht hat, dass sie oberflächlich und egoistisch ist. Aber ab dem Zeitpunkt, wo sie sich dafür schämt, nimmt sie ihr Leben in die Hand und versucht es zu ändern. Und das ist bemerkenswert, denn auch das muss sie wieder alleine schaffen. Und viele Dinge, die sie im Laufe der Geschichte macht zeigen, dass sie gar nicht so egoistisch ist, wie sie von sich selbst behauptet. Als sie erfährt, dass Candy von ihrem Vater ein Baby erwartet, bietet sie sofort ihre Hilfe an und lässt die werdende Mutter nicht alleine. Sie möchte ein Teil des Lebens ihres Geschwisterchens sein. Das finde ich eigentlich sehr vernünftig und selbstlos. Die Verwandlung, die Aubrey durchmacht, ist großartig und man wünscht ihr die ganze Zeit, dass sie alles schafft, was sie sich vorgenommen hat. Sie wird zu einer selbstbewussten, ehrgeizigen jungen Frau, die sich um ihr Umfeld sorgt und sie ist super witzig.

Kyle Buchanan gilt als der Bad Boy im Rallye-Zirkus. Ständig prügelt er sich, trinkt, ruiniert Equipment und hat ein riesen Autoritätsproblem. Wenn es nicht so gemacht wird, wie er will, dann ist er raus. Er ist außerdem der „King der plumpen Anmachsprüche“, die nicht so lustig sind, wie er selbst wohl glaubt und der „King des unnötigen Wissens“. Negative Schlagzeilen über ihn stehen an der Tagesordnung und damit geht es ihm eigentlich genauso wie Aubrey. Auch er muss sich ständig von Paparazzi verfolgen lassen, die jeden falschen Schritt dokumentieren. Er ist der einzige, der Aubrey aus ihrer Situation helfen kann, was er weiß und daher auch schamlos ausnutzt. Aber wenn er nüchtern ist und sich konzentriert, dann ist er einer der besten Rallye-Fahrer der Welt. Und Aubrey braucht ihn ganz dringend, um den Rennstall ihres Vaters nicht bereits nach ein paar Tagen zu verlieren. Schon bald muss er mit Aubrey als Navigator klar kommen und als sich die beiden besser kennenlernen, verstehen sie sich ziemlich gut. Mein erster Eindruck von Kyle war überhaupt nicht positiv, ich war absolut davon überzeugt, dass dieser Mann nicht die hellste Leuchte ist. Dieses Bild wurde aber gewaltig revidiert und wenn man ihn erst näher kennen lernt, sein wahres Ich sieht, dann sieht man einen liebenswerten, witzigen Kerl, der sein Verhalten seinem Umfeld angepasst hat. Wenn niemand etwas von ihm erwartet, dann kann auch niemand enttäuscht von ihm sein. Unter diesem Motto hat er bisher gut gelebt, doch als er Aubrey näher kennenlernt, ändert er seine Einstellung dazu recht schnell.

Die Geschichte über Aubrey und Kyle hat mir sehr gut gefallen, weil es keine „Der Prinz rettet die Prinzessin-Geschichte“ ist. Die beiden sind sich sehr ähnlich, ihr früheres Verhalten (Alkohol, Drogen, Skandale) unterscheidet sich kaum und daher können sie sich gegenseitig unterstützen, sich gegenseitig retten. Die beiden verstehen sich eigentlich auf Anhieb, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Sie necken sich und die Dialoge sind echt zum Schießen – typische Annie Stone Dialoge, die mir das Pipi nicht nur in die Augen getrieben haben. Sie sind füreinander da, auf gleicher Ebene und das fand ich beim Lesen spitze. Denn Aubrey braucht keinen Beschützer oder Retter, sie ist trotz allem eine sehr, sehr starke Frau und kann für sich selbst sprechen. Eine starke Schulter zum Anlehnen kann allerdings nie schaden. Was mich noch sehr beeindruckt hat, sind die Nebenrollen. Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, dass man nicht nur die Hauptfiguren liebt, nein, auch die Nebenfiguren sind einfach entzückend. Onkel Herbert, der Aubrey zwar mit Vorbehalt, aber trotzdem von Anfang an hilft, Tante Millie, die zuerst nichts mit Aubrey zu tun haben will, sich später aber für sie stark macht, selbst das Stiefmonster Candy verwandelt sich in ein liebenswertes Wesen, von dem man ganz falsch gedacht hat und Aubreys kleines aber feines Team, das eigentlich alles für sie machen würde. Der Schreibstil ist genau meins: spritzig, pfiffig, intelligent, unverkennbar.

Fazit

Gut gelungene, rasante Story mit witzigen Dialogen und extrem liebenswerten Figuren. Und obwohl es in dieser Geschichte relativ viel Trauriges zu lesen gibt, ist es keine traurige Geschichte, sondern eine Geschichte über Selbstfindung, Stärke, Trauerbewältigung, Freundschaft und Liebe. Nach eigenen Angaben der Autorin hat es ihr riesigen Spaß gemacht dieses Buch zu schreiben und das merkt man.

AutorIn

Annie Stone ist Autorin, Leserin und Weltenbummlerin mit Leidenschaft. Sie schreibt einzigartige Liebesgeschichten, die die unterschiedlichen Facetten von Menschen aufzeigen, manchmal zu Tränen rühren und einem manchmal das Pipi vor lauter Lachen in die Augen treibt. Ihre Geschichten sind sehr abwechslungsreich, wie auch die Orte an die Annie oft reist. Von dort bringt sie viele Inspirationen für ihre Bücher mit.

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