Zersetzt – Michael Tsokos mit Andreas Gößling

Zersetzt

Titel: Zersetzt

Autor: Michael Tsokos mit Andreas Gößling

Verlag: DroemerKnaur

Format: Klappenbroschur, 432 Seiten, ISBN: 978-3-426-51877-9

Preis: € 15,50 (A), € 14,99 (D)

Bewertung: 4 von 5 Pfoten

 

Auf den Autor Michael Tsokos bin ich durch seine Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek an dem Thriller Abgeschnitten. Doch auch diese Arbeit mit Andreas Gößling ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Handlung

Dr. Fred Abel ist Rechtsmediziner beim BKA und hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass er eine Leiche auf dem Seziertisch hat, bei der er sich auf seinen Instinkt verlässt und sich sicher ist, das es sich beim Täter um einen Serienmörder handelt, nein, dazu kommt noch eine zweite Leiche – angeblich ein Waterboarding-Opfer. Und dann muss er auch noch nach Transnistrien reisen um dort zwei Leichen, die in Kalkfässern gelagert wurden und fast vollständig zersetzt sind, identifizieren. Der erste Fall befördert Abel zurück in seine Studienzeit und verlangt ihm schon einiges ab, aber die Reise in den osteuropäischen Pseudostaat ist nicht nur seiner jahrelangen Freundin ein Dorn im Auge, sondern offensichtlich auch irgendwelchen finsteren Zeitgenossen. Und dann ist da zu allem Überfluss noch eine junge Frau, die um ihr Leben kämpft………

Meinung

Vorab: Ich habe Teil 1 nicht gelesen, hatte aber das ganze Buch hindurch nicht das Gefühl, dass es notwendig gewesen wäre. Von der ersten Seite weg sorgt dieser True-Crime-Thriller für Gänsehaut, die wirklich realistische Beschreibung der Vorkommnisse sind irgendwie angsteinflößend. Allein bei dem Gedanken, dass diese Fälle (ungefähr) so stattgefunden haben, lies mein Hirn die ganze Zeit über rattern. Sehr anschaulich und interessant dargestellt und beschrieben ist die Obduktion der ersten Leiche – Gott sei Dank bin ich ein Arztserien-Fan, sonst hätte ich die Hälfte der Fachausdrücke vielleicht nicht verstanden. Trotz der Verwendung der typischen Fachbegriffe finde ich ist das Buch sehr flüssig zu lesen, vor allem die Teile, die sich um die junge Frau – eines der Opfer – drehen, fand ich besonders spannend, haben mich am allermeisten gefesselt. Die Erzählung aus verschiedenen Perspektiven und unterschiedliche Fälle betreffend ist manchmal leicht verwirrend, da man ständig umdenken muss, aber auf jeden Fall zu jedem Zeitpunkt spannend. Dr. Abel selbst kommt etwas kühl rüber, ein Mann, der einfach alles weiß und kann, im Umgang mit seiner Freundin allerdings ist er sehr zärtlich. Seiner Arbeit kommt er mit einer Leidenschaft nach, die so mancher auch gerne an den Tag legen würde. Die Verfolgungsszenen in Transnistrien zeichnen eine Dr. Abel, der sehr an James Bond oder Ethan Hunt (Mission Impossible) erinnert, aber laut Danksagung zum größten Teil tatsächlich so stattgefunden haben. Diese Szenen lockern die beängstigende, verstörende Szenerie des Buches aber wenigstens ein wenig auf.

Fazit

Grauenhaft, furchtbar, schrecklich – genauso würde ich die beschriebenen Fälle und die Täter bezeichnen, jedoch keinesfalls das Buch. Spannend, interessant, fesselnd und vor allem real und dadurch ein wenig beängstigend – wer sich nicht von Haus aus allzu sehr fürchtet, dem kann ich Zersetzt nur empfehlen.

Autoren

Michael Tsokos ist ein deutscher Rechtsmediziner und Professor an der Charité in Berlin. Er leitet seit 2007 das Institut für Rechtsmedizin der Charité und gleichzeitig das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin-Moabit. Er hat bereits mehrere Fach- und Sachbücher veröffentlicht sowie in Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek den Thriller Abgeschnitten verfasst und anschließend Zerschunden mit Andreas Gößling veröffentlicht.

Andreas Gößling ist ein deutscher Schriftsteller. Sein bisheriges Hauptwerk umfasst Romane und Erzählungen für erwachsene und jugendliche Leser sowie Sachbücher zu aktuellen, kultur- und mythengeschichtlichen Themen.

 

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