Wiener Requiem – J. Sydney Jones

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Verlag: Aufbau Verlag

Format: ebook, 399 Seiten, ISBN: 978-3-8412-0096-9

Preis: € 7,99 (A, D)

Bewertung:

2 von 5 Pfoten

Ein Genre, das bisher auf unserem Blog definitv zu kurz gekommen ist, ist ohne Zweifel das der historischen Romane. Meine Lieblingsromane der Vergangenheit  spielen eigentlich in der Zeit der Heiler und Bader. Der Medicus von Gordon Noah ist zweifellos eines meiner ultimativen Lieblingsbücher. Gegenständliches Buch  „Wiener Requiem“ von J.Sydney Jones hat sich allerdings geradezu aufgedrängt, da meine Frau und ich ja gebürtige Wiener sind, und wir die Historie unserer Heimatstadt lieben. Der Aufbau Verlag war so nett und hat uns für unsere erste Rezension eines historischen Romans, ein Rezensionsexemplar im ebook-Format zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte handelt im zeitlichen Übergang von der Spätromantik zur Moderne und über den bekannten Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler, der damals gerade die Leitung der Wiener Hofoper übernommen hat und mit seiner Opernreform die Musikszene im theater- und opernverrückten Wien in Aufruhr versetzte. J. Sydney Jones hat in seinem Buch nicht mit Berühmtheiten dieser Zeit gespart. Neben dem Wiener Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler kommen noch Gustav Klimt und der Begründer der Kriminalistik Hans Gustav Adolf Gross vor, quasi die Hautevolee des damaligen aristokratischen Wiens.

Jemand trachtet dem jüdisch stämmigen Komponisten Mahler nach seinem Leben. Eine regelrechte Unfallserie begleitet den strengen und nicht überall beliebten Gustav Mahler und er kann nur durch immer widerkehrendes Glück dem sicheren Tod entrinnen. Karl Werthen ist Anwalt für Testamentsangelegenheiten, doch nebenher ermittelt er als Privatdetektiv und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorkommnisse rund um Gustav Mahler zu klären und ihn vor weiteren Anschlägen zu schützen. Unterstützung erlangt er durch den berühmten Kriminologen Hans Gross.

Wie sehr habe ich mich gefreut, mich in das alte Wien gedanklich versetzen zu lassen, doch leider war es mir nicht möglich. Der Autor war zwar bemüht, auch durch Erwähnung von vielen Originalschauplätzen, den Leser in die damalige Zeit zu versetzen, aber leider gelang ihm das bei mir nicht. Teilweise empfand ich das Buch als trockenen, historischen Stadtführer der sich nicht aufregender lesen hat lassen als ein Wikipedia Eintrag, oder als ein Geschichtsbuch rund um die damalige Musikszene. Obwohl wie bereits erwähnt mit Berühmtheiten nicht gespart wurde, hatten die handelnden Personen allesamt zu wenig Charme, der damaligen Zeit ausgestrahlt.

Vielleicht liegt es aber daran, dass der Autor selbst kein Europäer ist, zwar in Wien lebte, aber natürlich nicht mit der Historie der Stadt aufgewachsen ist. Möglicherweise bin ich aber auch zu streng im Bezug auf meine geliebte Heimatstadt und habe die Messlatte zu hoch angesetzt. Empfehlen kann ich das Buch für Leser die mehr über die klassische Wiener Musikszene erfahren möchten, jedoch Leser die es lieben sich mit allen Sinnen in längst vergangene Zeiten zurück versetzen zu lassen, könnten eventuell enttäuscht sein.

Fazit

Unzählige Berühmtheiten und eine wunderschöne Stadt alleine reichen aus meiner Sicht nicht aus, um ein Bestseller zu werden.

Autor

Der amerikanische Autor J. Sydney Jones lebte 1968 als Student in Wien und kehrte später für zwanzig Jahre dorthin zurück. In dieser Zeit schrieb er zahlreiche Sachbücher über Wien, darunter auch das vielbeachtete Buch Hitler in Vienna: 1907-1913 (dt.: Hitlers Weg begann in Wien. 1907-1913). Nach seiner Zeit in Wien war er auch als Korrespondent und freischaffender Autor in Paris, Florenz, Molyvos und Donegal tätig.

Liebe Grüße, Thomas

 

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