Totenlied – Tess Gerritsen

totenlied

 

Verlag: Limes

Format: Paperback, 320 Seiten, ISBN: 978-3-8090-2670-9

Preis: € 15,50 (A), € 14,99 (D)

Bewertung:

4 von 5 Pfoten

 

Zum Start des Mord und Totschlag-Oktobers, beginnen wir gleich mit einem richtigen Kracher. Wer unseren Blog schon länger verfolgt, wird wahrscheinlich schon mitbekommen haben, dass Tess Gerritsen zu unseren Lieblingsautorinnen zählt. Totenlied war schon lange von uns ersehnt und ist im September 2016 erschienen.

Ausnahmsweise handelt es sich hierbei um keinen Rizzoli & Isles Thriller, sondern um eine neue Art Thriller, an die Tess Gerritsen sich gewagt hat. Der Klappentext versprach an und für sich einen mystischen Thriller, doch während des Lesens stellte ich überrascht fest, dass in diesem Buch auch noch eine ganz andere Thematik verarbeitet wurde. Der erste Handlungsstrang umfasst die Geschichte rund um Julia Ansdell und ihrer dreijährigen  Tochter Lily. Julia ist Violinistin und hat während einer Auslandstournee ihres Quartetts in einem kleinen Antiquitätenladen in Italien Noten zu einem unveröffentlichten  Musikstücks, namens „Incendio“ gekauft. Nach ihrer Rückkehr macht sie sich gleich daran, das Musikstück einzuspielen um es möglicherweise in das Repertoir  ihres Quartetts aufzunehmen. Als sie beginnt die zigeunerhafte Musik zu spielen, verändert sich Lily, das Musikstück lässt sie furchtbare Dinge tun. Julia ist davon überzeugt, dass alleine die Melodie ihre Tochter veranlasst, ein anderes, schreckliches Kind zu werden. Da es für die ganzen Vorfälle keine Zeugen gibt, wird Julia sogar von ihrem Mann und von spezialisierten Ärzten als psychisch krank eingestuft. Julia möchte dies alles nicht wahr haben und macht sich auf nach Venedig um herauszufinden, mit welcher Geschichte oder mit welchem Fluch diese Melodie behaftet ist.

Der zweite Handlungsstrang war die Überraschung in diesem Buch. Der Klappentext gab wirklich keinerlei Hinweis preis, dass man sich plötzlich in mitten des zweiten Weltkrieges wieder findet. Es handelt sich um die Geschichte des jungen Lorenzo, ein begnadeter Violinist, der in Venedig aufwächst. Seine Geschichte hat es in sich, da Tess Gerritsen unverblümt über die Qualen der italienischen Juden im Holocaust schreibt. Berührend und gleichzeitig erschreckend springt die Autorin immer wieder in Vergangenheit, in die Zeit in der das Musikstück „Incendio“ komponiert und scheinbar mit einen Fluch belastet wurde, der über Jahrzehnte andauern sollte.

Jeder muss für sich selber entscheiden, ob man es gut findet, dass Tess Gerritsen die Geschichte der Entstehung des Musikstückes in eine Holocaust-Tragödie eingebettet hat. Die Geschichte über Lorenzo war sehr berührend aber auch bedrückend und hat für mich die Erzählung über Julia und deren Gegenwart überlagert. Mich hat es keineswegs gestört, dass in einem eigentlich unterhaltsamen Thriller ein derart sensibles Thema integriert wurde, dass, wie ich finde, auch hervorragend recherchiert wurde.  Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass Lorenzos Darstellung zu wenig Tiefe gegeben wird, doch mit Fortdauer des Buches war ich definitiv anderer Meinung.  Ich hätte mir sogar gewünscht, dass die Autorin auf die Gegenwartsereignisse verzichtet hätte und ein eigenständiges Buch über den Zweiten Weltkrieg geschrieben hätte. Es wäre zwar kein Thriller geworden aber ein perfekter historischer Roman, der in eines der schrecklichsten Kapitel der Menschheit Einblick gewährt.

Dennoch muss ich sagen, hätte ich mir auf dem Klappentext einen Hinweis darauf gewünscht. In diesem Fall wurde ich ziemlich von der Kriegsgeschichte überrumpelt. Gerade bei so schwerwiegenden Themen würde ich mich gerne vorab etwas darauf einstellen bzw. nur zu solch einen Buch greifen, wenn ich wirklich Lust auf ein derart sensibles Thema habe.

Für mich ist und bleibt Tess Gerritsen eine begnadete Schriftstellerin, die mir bewiesen hat, dass sie mit Totenlied auch schwerwiegende Themen umgehen kann.

Übrigens das Musikstück „Incendio“ wurde tatsächlich von Tess Gerritsen selbst komponiert. Das Stück wurde von der Violinistin Susanne Hou eingespielt und ist auf iTunes bzw. anderen Internetplattformen im Internet verfügbar. Ich bin zwar wahrlich kein Musikexperte, schon gar nicht für klassische Musik, doch „Incendio“ hat mir sehr gefallen.

Fazit

Ein Buch über die Macht der Musik, zu inspirieren und Leben zu verändern.

Autor

Tess Gerritsen studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Ärztin, bis sie für sich das Schreiben von Romantic- und Medical Thriller entdeckte.

Liebe Grüße, Thomas

Gewinnfrage: Wie lautet der Name des bislang völlig unbekannten Musikstückes in dem gegenständlichen Thriller von Tess Gerritsen?

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Der Gewinner bzw. Gewinnerin wird am Donnerstag den 06.10.2016 um 21 Uhr auf unserer Facebook-Seite bekanntgegeben.

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