Todeswerk – Per Sander

Todeswerk

 

Titel: Todeswerk

AutorIn: Per Sander

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Format: Taschenbuch, 266 Seiten, ISBN: 978-1515249511

Preis: € 8,99

Bewertung: 3,5 von 5 Pfoten

 

Todeswerk war der erste Krimi und gleichzeitig der erste Fall von Knüppel und Arndt den Per Sander im August 2015 veröffentlichte. Schauplatz dieses Romans ist Per Sanders Heimatstadt derzeitiger Wohnort Krefeld.

Handlung

Familie Dürrschnabel und Heinz-Josef Harmann führen einen erbitterten Nachbarschaftsstreit. Auslöser der Auseinandersetzungen sind die aus der Sicht Reinhold Dürrschnabels gewöhnungsbedürftigen Skulpturen, die sein Nachbar als Kunstwerke regelmäßigen Abständen aufstellt. Der Streit findet allerdings ein abruptes Ende, als der Widersacher der Dürrschnabels eines Nachts in einer Harfe drapiert mit einer Flöte im Hintern tot aufgefunden wurde. Heinz-Josef Harmann war vor seiner Pensionierung Professor für Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Der Professor wurde von kaum jemand gemocht, selbst seine Ehefrau hatte ein angespanntes Verhältnis zu ihren eigenen Gatten, so dass es an Verdächtigen nicht mangelt, die den unbeliebten Mann erwürgt haben könnten. Ganze Ordner voller Drohbriefe hatte der Harmann in seiner Karriere gesammelt. Keine leichte Aufgabe für Kommissar Knüppel und sein Team der zum ersten Mal Unterstützung von Arndt von Gruyten erhält. Arndt hatte ein Bild mit dem Betreff „1“ von einem unbekannten Absender per Mail erhalten. Darauf zu sehen ist der tote Harmann, wie er grotesk in der Harfe hängt. Er kannte das Opfer, ist selbst Kunsthistoriker und aufgrund seiner fachlichen Expertisen vor allem rund um den Maler Hieronymus Bosch, auf dessen Bild „ Der Garten der Lüste“ sich der Täter mit der eigenartigen Platzierung der Leiche scheinbar bezieht. Während den Ermittlungen stellt sich heraus, dass Arndt von Gruyten nicht nur kunstversiert ist sondern auch als Ermittler eine gute Figur abgibt und das Team rund um Knüppel großartig unterstützt. So machen sich Knüppel und von Gruyten gemeinsam daran, ihren ersten Fall zu lösen.

Meinung

Ganz ehrlich, ein nackter Toter mit einer Flöte im Hintern, muss schon ein seltsames Bild für die Ermittler abgegeben haben. Kommissar Knüppel jedenfalls hat sich aber von dem grotesken Bild nicht ablenken lassen und setzt all seine Erfahrungen daran den Mörder zu schnappen.

Der Chefermittler hat zwar seine Eigenarten, kommt aber dennoch äußerst sympathisch rüber. Auf mich macht er den Eindruck, als hätte er in seinem Beruf schon alles gesehen, nicht mal eine solch bizarr drapierte Leiche scheint ihn mehr aus der Fassung bringen zu können. Anders als in vielen anderen Krimis ist Knüppel aufgrund der Grausamkeit seines Berufes kein psychisches Wrack. Kein Alkoholiker, keine sonstige Abhängigkeit, andererseits erzählt der Autor auch nicht sonderlich viel über das Privatleben oder über den Gemütszustand von Knüppel, außer dass er große Zuneigung zu Igeln hat. Das fehlte mir ein wenig um ein besseres Bild von Knüppel machen zu können.

Sein kongenialer Partner ist Arndt von Gruyten. Er ist mittlerweile über vierzig, wird von seiner Familie monatlich subventioniert und hatte noch keinen Job länger als ein paar Monate. Sympathisch macht ihn, dass er versucht, sich von dem Einfluss seiner in Krefeld sehr angesehenen Familie abzunabeln, auch wenn er sich an die 10.000,– Euro die er monatlich von seinen Eltern erhält schon gewöhnt hat. In Österreich würde man sagen, dass Arndt von seinen Eltern ziemlich „verhätschelt“ wird. Dass der gelernte Kunsthistoriker als externer Berater bei den Ermittlungen helfen darf, scheint für ihn ein großartiges Abenteuer zu sein.

Ich muss gestehen, Krefeld war mir zuvor nur von der dort ansässigen Eishockeymannschaft, den Krefeld Pinguinen, ein Begriff. Geografisch war mir zwar bekannt, dass Krefeld in der Nähe von Düsseldorf liegt. Ich hätte aber doch gerne ein wenig mehr über die Örtlichkeiten erfahren. Ich denke aber, dass dies von Per Sander so gewollt war, um nicht als Regionalkrimi-Autor eingestuft zu werden, sofern ich das Nachwort des Autors richtig interpretiere, möchte er dies vermeiden. Er selber sagt, er hat nichts gegen die Regionalkrimi-Ecke, ganz im Gegenteil, hat aber für sich selbst entschieden, etwas anderes zu schreiben. Diese Einstellung muss man  respektieren, als Regionalkrimi würde ich dieses Buch auch in keinster Weise einstufen.

Das Buch umfasst ca. 250 Seiten, die in 26 flüssig zu lesenden Kapitel aufgeteilt sind. Per Sander hat sein Hauptaugenmerk auf den Ermittlungs-Plot gelegt, den er aufwendig und eindrucksvoll skizziert hat. Viele Verhöre, viele Besprechungen unter den Kollegen, wenig über Stadt und Leute, also pure Ermittlungsarbeit. Ich hätte mir, wie gesagt, etwas Abwechslung gewünscht, aber das ist auch nur meine persönliche Präferenz. Dennoch, das Buch hat bis zur letzten Seite Spaß gemacht.

Fazit

Vielversprechendes Erstlings-Werk. Purer, aufwendiger Krimiplot für Krimienthusiasten mit einem spannenden, nicht vorhersehbaren Ende.

Autor

Per Sander, geb. 1985, heißt eigentlich gar nicht Per Sander, mag den Namen allerdings als Autorenpseudonym. Es kann sein, dass er Germanistik und Anglistik in Düsseldorf studiert hat und mit seiner Frau am Rhein lebt, vielleicht ist das aber auch gelogen. Möglicherweise hat er nach Jobs als Journalist, Texter, Ghostwriter und einigen Jahren im Einzelhandel genug von Menschen im Allgemeinen und angefangen, all diese furchtbaren und höchst traumatischen Erlebnisse in Form von Krimis zu verarbeiten – diese wiederum sind garantiert reine Fiktion, machen ihn jedoch ordentlich Spaß.

 

Ein Gedanke zu „Todeswerk – Per Sander

  1. lesenundmehr

    Als Krimienthusiasten würde ich mich nicht bezeichnen, auch finde ich, dass es in Krimis gerne „menscheln“ darf. Trotzdem hört sich das Buch interessant an
    LG
    Tanja

    Antworten

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