Stiefkind – S.K. Tremayne

 

Verlag: Droemer Knaur

Format: Klappenbroschur, 400 Seiten, ISBN: 978-3-426-51662-1

Preis: € 15,50 (A), € 14,99 (D)

Bewertung:

 

So die Lesepause ist vorbei – weiter geht es mit S.K. Tremayne und seinem neuen Psychothriller „Stiefkind“. Anfang 2015 habe ich bereits das erste Buch von S.K. Tremayne, „Eisige Schwestern“ gelesen und war davon begeistert.

Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Rachel Dale erzählt. Sie ist eine Frau im mittleren Alter, wuchs sozialschwach in London auf. Nach einer gescheiterten Ehe lernt sie David Kerthen, einen gut situierten Anwalt, Großgrundbesitzer aus Cornwall, welcher aus einer berühmten, alten cornischen Familie entstammte, kennen und heiratet ihn. Davids erste Ehefrau kam in einer der Zinnminen, die vor Jahrhunderten den Wohlstand der Familie sicherte, auf tragische Weise ums Leben. Aus seiner ersten Ehe bringt David seinen neunjährigen Sohn Jamie mit in die neue Beziehung. Seit dem Tod seiner Mutter sind zwei Jahre vergangen, aber die Zeit konnte die Trauer des Jungen nicht verringern. Er ist nach wie vor traumatisiert und wird von Visionen geplagt. David hatte gehofft, mit einer neuen mütterlichen Bezugsperson, wäre es für seinen Sohn leichter. Da David die gesamte Woche über in London mit seiner Arbeit beschäftigt ist, sind Rachel und Jamie größtenteils  alleine auf dem Anwesen in Cornwall und dies macht die Situation nicht einfacher sondern im Gegenteil, viel schwieriger:

„An Weihnachten wirst du sterben … und meine Mummy kommt zurück“ wirft Jamie Rachel eines Tages an den Kopf.

Aus diesem Grund ist das Buch nicht in klassische Kapitel aufgebaut, sondern es werden die Tage bis Weihnachten herunter gezählt. Die Erzählung startet 178 Tage vor dem großen Fest. Rachel versucht alles, um sich in die Familie zu integrieren, dennoch habe ich immer wieder das Gefühl, dass sie Fehl am Platz ist. Sie passt nicht auf dieses Anwesen in Cornwall, welches durch eine jahrhundertelange Familiendynastie geprägt ist. Wie sie zwanghaft versucht den alten Gemäuern ihren Stempel aufzutragen, macht sie mir nicht sympathisch. Auch die ewigen Vergleiche mit Nina, der Toten Mutter von Jamie, nerven mich total. Aber auch aus David werde ich nicht schlau. David hat Geld wie Heu, flüchtet aber scheinbar ständig weit weg von seinem Sohn. Was hat er zu verbergen? War es unter Umständen gar kein tragischer Unfall, der Nina das Leben gekostet hat ? Ansonsten wäre ein guter Vater doch immer für seinen trauernden Sohn greifbar und nicht hunderte Kilometer entfernt. Da die beiden Hauptprotagonisten nicht mit Sympathiewerten bei mir punkten konnten, aber auch der Schreibstil einfach und aufgesetzt wirkte, wurden meine Erwartungen in keinster Weise zufriedengestellt.  S.K. Tremayne hat Cornwall als Schauplatz gewählt. Er versuchte zwar die Landschaft mystisch darzustellen, doch auch hier bin ich der Meinung, dass ihm dies nicht einwandfrei gelungen ist.  Bei „Eisige Schwestern“ ist ihm dies aus meiner Sicht herausragend gelungen, dort wählte er allerdings die schottischen Hebriden als Location.

Die Geschichte selbst fand ich abgedroschen und zu sehr inszeniert. Das Buch braucht relativ lange bis es in Schwung kommt, doch auch im weiteren Verlauf plätschert die Geschichte vor sich hin. Leider konnte ich keine Gänsehaut verspüren und auf die kommt es bei mir bei einem Psychothriller definitiv an.

Mit diesem Buch hat sich bewahrheitet, dass das zweite Buch immer schwieriger zu schreiben ist, als das erste, vor allem wenn der erste Roman ein Erfolg war. Ich bin jetzt nicht enttäuscht, hätte mir aber mehr erwartet von S.K. Tremayne. Wie auch immer, S.K. Tremayne bleibt auf meiner Watchlist und sollte es einen neuen Roman geben, wird dieser auch gelesen werden.

Fazit

Aufgesetzter, klischeehafter Psychothriller.

 

 

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