Männerfallen – Eva Rossmann

Männerfallen

 

Verlag: Bastei Lübbe

Format: Taschenbuch, 318 Seiten, ISBN: 978-3-404-17310-5

Preis: € 8,99 (A, D)

Bewertung:

3 von 5 Pfoten

 

Da es längst wieder Zeit war ein Buch eines österreichischen Autors, in diesem Fall einer Autorin, zu lesen, habe ich mich für Männerfallen von Eva Rossmann entschieden. Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch kein Buch von ihr gelesen habe und war aufs Äußerste gespannt.

Wie oft gab es in den letzten Jahren Schlagzeilen und Medienberichte über angebliche Vergewaltigungen, die von Männern des öffentlichen Lebens begangen wurden? Der medienwirksamste Fall in den letzten Jahren dürfte wohl der von Dominique Strauss-Kahn gewesen sein.

Die Geschichte von Eva Rossmann hat einen ähnlichen Hintergrund, auch in dem Buch Männerfallen geht es um einen handfesten Skandal rund um eine Vergewaltigung. Thomas Pauer ist der selbsternannte Messias aller Männer, quasi eine männliche Alice Schwarzer. Sein Buch „Sei ein Mann“ wurde auf Anhieb ein Bestseller und er erlangte dadurch Berühmtheit.  Der ehemalige Sportjournalist fordert  Männer auf, sich nicht mehr länger von  Frauen unterdrücken zu lassen. Quotenregelungen, mit deren Hilfe Frauen bevorzugt werden, sind ihm ein Dorn im Auge. Thomas Pauer ist gerade auf Promotion-Tour für sein Buch in Wien unterwegs, als er von einer Studentin beschuldigt wird, sie vergewaltigt zu haben. Die Medien reißen sich um die Story. Der selbsternannte Macho-Guru ein Vergewaltiger, Besseres hätte der Boulevard-Presse nicht passieren können.

Mira Valensky ist Qualitätsjournalistin bei einem Magazin. Sie wird auf den Fall aufmerksam, hat sie doch im Vorfeld schon ein Interview mit Thomas Pauer geführt. Sie und ihre beste Freundin Vesna recherchieren in diesem Fall gemeinsam. Im 15. Fall von Mira Valensky greift Eva Rossmann das Thema Feminismus und die Gleichstellung zwischen Mann und Frau auf. Gerade die verkehrte Darstellung, die „Unterdrückung“ der Männer wird auf eine witzige Art und Weise pointiert. Kleine Warnung, sollte man das Thema Feminismus zu ernst nehmen, dann sollte man die Finger von dem Buch lassen, um sich seinen Ärger über die Lockerheit des Themas zu ersparen. Mich hat es nicht gestört, bin ich doch ein Mann, er endlich mit Thomas Pauer einen Fürsprecher gefunden hat J.

Mira Valensky kannte ich bis dato noch nicht, aber so stelle ich mir eine gewissenhafte Journalistin vor. Sie lässt sich nicht beeindrucken, hat klare Vorstellungen über den Bericht den sie verfassen möchte, auch wenn sie es nicht allen Seiten recht machen kann. Ihre beste Freundin Vesna, deren Rolle ich nicht eindeutig verstanden habe, hilft ihr bei ihren Recherchen. Möglicherweise fehlt mir etwas Background-Information, es handelt sich ja doch schon um den 15. Fall. Vesna ist selbständige Reinigungskraft und so wie ich es verstanden habe für sensible Nachforschungen zuständig. Sie ist eine typische Wiener Migrantin, deren Wurzeln offenbar in Ex-Jugoslawien liegen. Sie ist bereits seit Jahrzehnten in Wien und kann ihre Herkunft aufgrund des immer noch gebrochenen Deutsch nicht verstecken. Die Dialoge wurden ebenfalls in Vesnas gebrochenem Deutsch verfasst, leider empfand ich dies  störend, weil dadurch  der Lesefluss verloren gegangen ist. Wenn ich mit dieser Person von Angesicht zu Angesicht kommunizieren würde, dann würde mich das gebrochene Deutsch in keinster Weise stören, wenn es allerdings geschrieben wird, dann bin ich nicht unbedingt ein Freund davon. Natürlich wollte Eva Rossmann  Vesna so realistisch wie möglich darstellen.

Zusammenfassend möchte ich betonen, dass mir das Buch gut gefallen hat, obwohl das Thema Feminismus jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsthema ist. Es war unterhaltsam und der Wiener Charme sowie Schmäh wurde gut interpretiert.

Fazit

Unterhaltsamer Krimi mitten in  Wien. Wer mehr über die Wiener Kultur und den Wiener Schmäh lernen möchte, sollte dieses Buch lesen. Mira und Vesna zu begleiten war wie ein Crash-Kurs in Sachen österreichischer Herzlichkeit.

Autor

Geboren 1962 in Graz; sie lebt im niederösterreichischen Weinviertel. Verfassungsjuristin, dann Journalistin u. a. beim ORF, der NZZ und den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Seit 1994 arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin, u. a. für das Gastromagazin „A la Carte“. Gastgeberin der TV-Talk-Sendung „Club 2“ auf ORF. Für ihr frauenpolitisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur „Kommunikatorin des Jahres“ gewählt. Österreichischer Buchliebling 2009 in der Kategorie Krimi & Thriller, Großer Josef-Krainer-Preis 2013, Leo-Perutz-Preis 2014. Eva Rossmann veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und legt nunmehr alljährlich einen neuen Krimi vor.

Liebe Grüße, Thomas

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