Immerstill – Roman Klementovic

Immerstill

 

Titel: Immerstill

Autor: Roman Klementovic

Verlag: Gmeiner Verlag

Format: Klappenbroschur, 309 Seiten, ISBN: 978-3-8392-1888-4

Preis: € 13,40 (A), € 12,99 (D)

Bewertung: 5 von 5 Pfoten

 

Nachdem mir das erste Buch von Roman Klementovic „Verspielt“ sehr gut gefallen hat, habe ich mir gleich darauf das zweite Buch „Immerstill“ bestellt. Diese Buch ist aber keine Fortsetzung, die beiden können unabhängig voneinander gelesen werden. Seinem Bezirksinspektor Mück aus dem ersten Buch, hat Roman Klementovic eine Pause gegönnt.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag, der mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Handlung

Vor drei Jahren sind die beiden Jugendlichen Markus und Linda im Marchfeld spurlos verschwunden. Der Fall konnte von den örtlichen Behörden nie aufgeklärt werden. Auf den Tag genau, drei Jahre später, verschwinden erneut zwei Jugendliche aus Grundendorf. Es handelt sich dabei um Maria und Natalie. Genauso wie Markus und Linda, wollten auch sie am Tag ihres Verschwindens das alljährliche Faschingsfest besuchen. Panik bricht im Dorf aus, als man bei einer großangelegten Suchaktion die misshandelte Leiche von Natalie am Rande eines Waldstückes fand. Lisa, die in Wien lebende Schwester von Maria, kehrt nach Grundendorf zurück und macht sich gemeinsam mit der Polizei daran, das Verschwinden Ihrer Schwester und den Mord an Natalie zu klären, dabei werden alte Wunden aufgerissen.

Meinung

Mutig fand ich vor allem, dass Roman Klementovic die Geschichte aus der Perspektive Marias Schwester Lisa erzählt. Als Mann stelle ich es mir schwierig vor, aus der Sicht des anderen Geschlechtes zu erzählen. Frauen verhalten sich in vielen Situationen wahrscheinlich anders als Männer. Aus meiner männlichen Sicht ist ihm der Geschlechtertausch gut gelungen, der Autor hat es geschafft, mich als Leser an das Buch zu fesseln. Seine erfrischende, moderne und dynamische Schreibweise boten mir kaum Gelegenheit das Buch zur Seite zu legen.

Die schauerliche Geschichte und die unheimliche, winterliche Landschaft des Marchfeldes mit den glaubhaft gezeichneten Charakteren bildeten für mich eine perfekte Symbiose. Das Marchfeld ist gerade in den kalten Jahreszeiten düster und mystisch. An vielen Tagen hängt über den verwaisten Äckern ein geheimnisvoller Nebelschleier. Diese eigenartige Stimmung konnte ich während des Lesens fühlen. Als Teilzeit-Marchfelder genieße ich alljährlich Frühling und Sommer in dieser Gegend. Ich liebe den Duft der blühenden Äcker (trotz so mancher allergischer Reaktionen) und die scheinbar endlose Weite. Keine Häuser, die einem den Blick versperren, nur vereinzelt Bäume, die als Windfang dienen und ab und an kleine Hügel, die die Weite der Kornfelder unterbrechen. Spätestens im November, kehren wir unserem Ferienhaus aber den Rücken, da die Stimmung extrem umschlägt. Die Dunkelheit und Tristheit übernimmt spätestens dann das Kommando und schlägt unbarmherzig auf das Gemüt. Aufgrund dessen konnte ich mich auch sehr gut in Lisa hineinversetzen und in den Konflikt den sie durchlebt. Einerseits hasst sie ihr Heimatdorf, das ihr keine Perspektiven bietet, und versucht ihr Glück im nahegelegenen Wien, andererseits vermisst sie die Menschen, die in ihrem Leben wichtig sind. Allen voran ihren Vater, der nach dem Tod ihrer Mutter ein anderer Mensch geworden ist und introvertiert sein Leben in dem kleinen Dorf fristet. Aber auch ihre jüngere Schwester, obwohl sich die beiden während ihres Wien-Aufenthaltes zunehmend auseinander gelebt haben, und ihren Ex-Freund Patrick, für den sie nach wie vor Gefühle hegt. Ein Für und Wider zwischen dem Landleben mit all seinen Vor- und Nachteilen und dem anonymen Leben in einer Großstadt. Roman Klementovic weiß, wovon er schreibt, da er selbst in einem der Marchfelder Dörfer aufgewachsen ist und später nach Wien gezogen ist.

Mein Fazit

Aufgrund der überraschenden Wendungen, blieb das Buch bis zum Ende spannend. Ich gebe jedenfalls eine ganz klare Leseempfehlung an alle, die spannende und dynamische Thriller lieben.

Laut Gmeiner Verlag arbeitet Roman Klementovic bereits an einer Fortsetzung mit Bezirksinspektor Mück. Wir dürfen uns freuen.

Autor

Roman Klementovic wurde 1982 in Wien geboren und wuchs in einem Dorf im Marchfeld auf. Er arbeitete viele Jahre im Marketing, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Roman Klementovic ist Mitglied der Kriminalautorenvereinigungen Syndikat & Krimiautoren.at.

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