Grosse Fische – Lena Johannson

Grosse Fische

 

Titel: Grosse Fische

Autor: Lena Johansson

Verlag: aufbau Taschenbuch

Format: Broschur

Preis: € 10,30 (A), € 9,99 (D)

Bewertung: 2 von 5 Pfoten

 

Dass ich mittlerweile ein Fan von Krimis bin, die an der Nordsee bzw. Ostsee spielen, ist ja kein Geheimnis mehr. Umso mehr hat es ich mich gefreut, dass mit der Aufbau-Verlag ein Exemplar von „Große Fische“ zur Verfügung gestellt hat.

Handlung

Conny Lorenz ist die Neue auf der Dienststelle in Stralsund. Vor kurzem wechselte sie aus Hamburg an die Ostsee, damit sie ihrem Paul, der ab nun nicht nur ihr Lebensabschnittspartner sondern auch ihr Vorgesetzter ist, näher sein kann. Ihre Kollegen Fedder, Hansen und Brix wissen zwar nichts über das Verhältnis der beiden zueinander, doch der Empfang den sie Conny bereiten, fällt dennoch kühl aus. Auf der beschaulichen Insel Hiddensee wird eine männliche Leiche angespült. Zunächst ist man von einem Unfall ausgegangen, da der Tod durch Ertrinken auf einer Insel keine Seltenheit ist. Die Kollegen von Conny sind wenig begeistert, sich mit einem Routinejob zu langweilen und überlassen der Neuen den Auftrag. Die zuständige Gerichtsmedizinerin hat allerdings Anhaltspunkte gefunden, dass in diesem Fall kein Ertrinkungstod bzw. natürlicher Tod vorliegt und man von einem Mord ausgehen muss. Bei dem Toten handelt es sich um einen gewissen Robert Welzer, der als Betriebsprüfer für das Finanzamt gearbeitet hat. Nach Auskunft eines Kollegen, sei er hinter einem großen Fisch her gewesen. Die Spur führt zunächst zu zwei ortsansässigen Unternehmern, bei denen Welzer vor kurzem eine Betriebsprüfung durchgeführt hat.

Meinung

Anders als bei den letzten Krimis, die ich gelesen habe und die an der Nordsee bzw. Ostsee stattfinden, wurden hier die Insulaner mehr als ruppig dargestellt. Nicht nur die Kollegen auf der Dienststelle lassen Conny spüren, dass sie eine Fremde sei, sondern auch sämtliche Bewohner auf Hiddensee. Da war es schön zu lesen, dass der Dienststellenleiter auf Hiddensee eine Ausnahme ist und ihr nach anfänglichen Schwierigkeiten doch freundlich gestimmt ist. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Herr Wolter ursprünglich aus Kiel stammt und die Art der Einheimischen noch nicht so intensiv auf ihn abgefärbt hat.Die Insel Hiddensee, wo Conny die meiste Zeit verbringt wurde nett beschrieben aber mir fehlte dennoch etwas um mich mit der Landschaft vertraut zu machen. Letztendlich begnügte sich die Autorin mit der Beschreibung von Sanddornbüschen.Ungewöhnlich war, dass der Fall nicht klassisch als Team bearbeitet wurde. Man hat Conny mehr oder weniger zwischen den Inseln Rügen und Hiddensee umherschippern lassen, während die anderen Kriminalkommissäre in der Dienststelle ab und an Nachforschungen anstellten. Gerade wenn man fremd ist, wird man doch dennoch von den neuen Kollegen eingeführt, auch wenn die zwischenmenschliche Beziehung nicht die allerbeste ist. Auch ungewöhnlich  aber interessant war die Art und Weise wie Conny Tatorte bzw.für den Fall  relevante Orte als Modellbauerin darstellt. Einerseits beruhigt sie diese Arbeit, andererseits hilft ihr dieses Hobby bei ihren Ermittlungen weiter. Da ich Tag für Tag in meinem Beruf mit Zahlen zu tun habe und des öfteren mit Betriebsprüfern meinen Alltag fristen muss, war das Thema Steuerhinterziehung eher langweilig für mich. Das Buch hat sich auf vielen Seiten schleppend gelesen.Leider war auch schon mein erster Verdacht, tatsächlich der Mörder. Man konnte zwar die Bemühungen erkennen, den Leser auf eine andere Spur zu führen, doch dies war für mich wenig überzeugend.

Fazit

Blasse Figuren, zähe Handlung – durchschnittlicher Ostseekrimi

Autor

Lena Johannson wurde 1967 in Reinbek geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung als Buchhändlerin in Bad Oldesloe. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Das Marzipanmädchen“.

 

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