Friesennebel – Sandra Dünschede

 

Verlag: Gmeiner Verlag

Format: Klappenbroschur, 246 Seiten, ISBN 978-3-8392-2028-3

Preis: € 12,40 (A), € 11,99 (D)

Bewertung:

 

Nach dem ich vor kurzem einen literarischen Abstecher nach Südfrankreich unternommen habe, freue ich mich, nun wieder in bekanntes Terrain zurückzukehren. Ich kann es nicht erklären, aber ohne Zweifel zählen Krimis aus Norddeutschland zu meiner Lieblingslektüre. Aus diesem Grund möchte ich mich beim Gmeiner Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars herzlichst bedanken.

Was ich nicht wusste, ich gebe zu ich habe ich mich schlecht vorbereitet und habe mich bei der Wahl dieses Buches ausschließlich von dem durchaus gelungen Cover und vom Buchtitel leiten lassen, dass dieses Buch  Bestandteil einer mehrteiligen Buchreihe rund um den Kommissar Thamsen und seinen Freunden Tom und Haie ist. Ich würde jedem raten, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Ich konnte nicht wirklich eine Bindung zu den Dreien herstellen und hatte ständig das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen zu den Protagonisten fehlen.

„Olenglück“, so heisst das Pflegeheim in Niebüll, idyllisch gelegen im Legerader Wald. Doch die Idylle wird durch das Verschwinden des Patienten Gustav Nissen empfindlich gestört. Seine Leiche wurde im nahegelegenen Waldstück von Nord-Walkern gefunden. Nachdem festgestellt wurde, dass es sich um keinen natürlichen Tod handeln kann, wird der Fall an Kommissar Thamsen übertragen. Mehrere Theorien werden verfolgt, darunter Erbstreitigkeiten und illegale Sterbehilfe. Thamsens Freund Haie hatte einen Unfall und liegt seit dessen Reha begonnen hat im Heim Olenglück, was Thamsen mehr als gelegen kommt. Möglicherweise kann der Undercovereinsatz seines Freundes den Nebel lichten.

Wie bereits erwähnt kann ich nicht viel über die Protagonisten sagen. Sie waren zwar alle durchwegs sympathisch beschrieben, doch für mich blieben sie im Verlauf des Buches recht blass. Ich konnte auch keine typischen norddeutschen Eigenheiten bei Thamsen und Co erkennen. Persönlich schade fand ich auch, dass der Großteil der Geschichte entweder direkt im Pflegeheim Olenglück oder in einem Krankenhaus gespielt hat. Der Krimi hätte überall in Deutschland spielen können. Pflegeheime und Krankenhäuser schauen vermutlich überall ziemlich ähnlich aus. Wenn ich einen Friesenkrimi lese, dann möchte ich mir die darin beschriebene Landschaft vorstellen können, mit dem Kommissar gemeinsam auf ein Krabbenbrötchen in irgendeinem idyllischen Hafenstädtchen gehen und nicht auf eine trockene Semmel in einer Krankenhauskantine.

Die Story selbst fand ich aber richtig toll. Unweigerlich musste ich an einen ähnlich gelagerten Fall aus dem Jahr 1989 in Wien denken. Damals waren in einem Krankenhaus, mehrere Krankenschwestern als Todesengel unterwegs. In dem Zeitraum von 1983 und 1989 „erlösten“ Sie eine größere Anzahl an Patienten mit tödlichen Morphiumspritzen. Ob es sich aber in diesem Buch um aktive Sterbehilfe handelt, müsst ihr schon selber nachlesen.

Fazit

Ich würde dieses Buch nicht als Regionalkrimi einstufen, vielleicht wollte dies die Autorin auch gar nicht. Obwohl mir viele Dinge gefehlt haben, hat mich das Buch trotzdem gut unterhalten.

Autor

Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/ Nordfriesland und aufgewachsen in Risum-Lindholm, erlernte zunächst den Beruf der Bankkauffrau und arbeitete etliche Jahre in diesem Bereich. Im Jahr 2000 entschied sie sich zu einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman »Deichgrab«, der mit dem Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen-Heimatbundes als bester Kriminalroman in Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde. Seitdem arbeitet sie als freie Autorin und lebt seit 2011 wieder in Hamburg, wohin es sie als waschechtes Nordlicht zurückzog

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