Free at last: verirrt – Annie Stone

Free at last - verirrt (2)

 

Titel: Free at last – verirrt

Autorin: Annie Stone

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Format: eBook, 191 Seiten, ASIN: B01G7UH1OO

Preis: € 2,99

Bewertung: 5 von 5 Pfoten

 

Teil 1 der Trilogie Free at last – verfallen haben wir bereits bei Erscheinen am 24.5.2016 besprochen, endlich ist es soweit und wir können Teil 2 Free at last – verirrt vorstellen. Dieser Roman hat es in sich.

Handlung

Im Marine Corps Recruit Depot angekommen versucht Hunter sich mit der neuen Situation anzufreunden, denn nur er alleine ist dafür verantwortlich, dass er hier ist. Auch wenn er eigentlich nur vor seinen Gefühlen fliehen wollte. Zuerst fällt es ihm etwas schwer und er vermisst seine Familie unheimlich, doch alles ist besser, als ständig zurückgewiesen zu werden. Er möchte das hier machen, damit Mac stolz auf ihn ist und ihn nicht nur als den Sohn des großartigen Carter Tilman sieht. Die Ausbildung zum Marine ist anstrengend und Hunter muss sich immer wieder zusammenreißen, damit er nicht aufgibt. Doch er gewöhnt sich an dieses Leben und mit der Zeit sieht er ein, dass es genau das ist, was er möchte, dass er genau hier hin gehört. Währenddessen läuft es zu Hause in San Diego zwischen Mac und Carter nicht mehr so gut, Carter verweilt monatelang in New York und Mac vermutet, dass er sie betrügt, doch wirklich traurig kann sie darüber nicht sein. Als Hunter von seiner Ausbildung zurück nach Hause kehrt überwerfen sich die Ereignisse. Er flüchtet zurück ins Marine Corps und lässt seinen Bruder zurück. Monatelang herrscht Funkstille und Hunter weiß gar nicht, was er zu Hause alles versäumt, bis ihn das Schicksal zurück führt ……………..

Meinung

Teil eins dieser Trilogie endete mit einem „OMG, nein“-Erlebnis inklusive reichlichem Tränenfluss – zumindest für mich. Hunter hat sich also freiwillig für das Marine Corps gemeldet um seinem bisherigen Leben zu entkommen. Das erste Mal in seinem Leben kann er es seinem Dad jedoch mit seiner Entscheidung nicht recht machen. Doch er muss sich eingestehen, dass es sich auch gut anfühlt, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und damit auch zu leben. Die Ausbildung verlangt ihm einiges ab, oftmals denkt er ans Aufgeben, will aber nicht als Verlierer, Schwächling dastehen. Er möchte, dass Mac stolz auf ihn ist, weil er sie liebt und deshalb gibt er nicht auf. Man kann die tatsächliche Verwandlung vom Kind zum Mann das ganze Buch hindurch miterleben. Hunter verändert sich nicht nur körperlich, er verändert sich vor allem mental, er wird ruhiger, ist nicht mehr so derb, drückt sich gewählter aus und wirkt nachdenklicher als noch mit 17. Das Marine Corps nimmt ihm viele seiner Entscheidungen ab, aber im Großen und Ganzen ist es genau das, was er gebraucht hat. Deshalb setzt es ihm auch so schwer zu, dass er wenig Kontakt zu Carey hat. Aber seine Sturheit konnte er bis jetzt immer noch nicht ablegen und das ist auch gut so, denn wäre er nicht so stur, hätte er auch die Ausbildung nicht überstanden.

Während Hunter seine Ausbildung absolviert versucht auch Mac mit ihrem Leben klar zu kommen, was nicht immer einfach ist. Carter ist extrem eifersüchtig, kann ihr irgendwie nicht mehr vertrauen, doch Vertrauen ist für Mac das Wichtigste in einer Beziehung und so fühlt sie sich immer unsicherer was ihre Gefühle für Carter angeht. Immer öfter grübelt sie darüber nach, ob sie nicht mehr verdient hat, gerade nach allem was ihr passiert ist. Sie will sich nicht mehr damit zufrieden geben zu lieben und nicht genauso zurückgeliebt zu werden. Mac übt weiterhin ihren Job aus, spricht auf Veranstaltungen darüber, was ihr passiert ist. Das macht sie stärker denn je und trotzdem ist sie nicht glücklich. Sie fühlt sich verantwortlich für die Probleme der Familie Tilman und macht sich Vorwürfe sich zwischen Carter und seine Söhne gestellt zu haben. Mac war immer schon stark, aber auch bei ihr bemerkt man eine nochmalige Veränderung, dass sie über ihr Schicksal öffentlich spricht macht sie nochmal stärker und sicherer.

Einen ganz großen Pluspunkt bekommt die Autorin von mir für die Figur des Carey. Er hat, gezwungenermaßen den größten Entwicklungssprung gemacht und das wurde so toll dargestellt. Ich liebe diese Figur, die in Teil eins die meiste Zeit durch negatives Verhalten Mac gegenüber aufgefallen ist, hier aber ihr Rettungsanker ist. Carey hat einen riesen Sprung gemacht, er ist nicht mehr der kleine Junge, der nur macht, was ihm sein großer Bruder vorlebt. Er handelt selbständig, ist richtig liebenswert. Er kümmert sich um Mac, steht ihr bei und unterstützt sie in jeder Hinsicht ohne sie jemals zu drängen. Er wird für sie der kleine Bruder, den sie niemals hatte. Er ist ein kluger, selbstloser junger Mann mit einem einzigartigen Charakter und sowohl für Mac als auch für Hunter die einzige Familie, die die beiden noch haben.

Viele der Situationen in diesem Roman und die daraus entstehenden Folgen ergeben sich durch Missverständnisse, dadurch, dass die Protagonisten einander nicht zuhören oder selbst Schlüsse ziehen, auch durch missverstandenen Stolz. Die ständigen Schuldgefühle die Hunter und Mac verfolgen, wären grundsätzlich ganz einfach zu vermeiden, ergeben aber die dramatische Richtung, in die die Geschichte läuft. Oftmals möchte man die Figuren einfach nur erschlagen und dann wiederum ganz fest an sich drücken, weil sie falsche Entscheidungen getroffen haben und dann leiden müssen. Teil zwei war für mich ein Aufruhr meiner Gefühle, ich war oft mit den Charakteren traurig, oft wütend und oft hab ich mich einfach nur über sie geärgert, aber in jedem Moment fand ich sie trotzdem alle ganz toll (außer Carter)! Dieser Roman geht mehr in die Tiefe als Teil 1, er erzählt von unerwiderter Liebe und ihrer allmählich folgenden Resignation, von Hoffnung, von Liebe und Vertrauen innerhalb der Familie. Über die Selbstfindung zweier junger Männer und ihre Verbundenheit über all die Jahre hinweg und die selbstlose Aufopferung anderen gegenüber. Annie Stone hat all diese Themen in diesem wunderschönen Roman großartig verpackt und ich kann Teil drei kaum noch abwarten.

Fazit

Wem Teil 1 gefallen hat, der wird Teil 2 lieben!

 

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