Dreimal tote Tante – Krischan Koch

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Titel: Dreimal tote Tante

Autor: Krischan Koch

Verlag: dtv

Format: Taschenbuch, 288 Seiten, ISBN: 978-3-423-21633-3

Preis: € 9,95 (A), € 10,30 (D)

Bewertung: 5 von 5 Pfoten

Zur Abwechslung mal kein ernster Krimi, sondern etwas zum Schmunzeln. Schon alleine das Cover hat mich überzeugt, dass Buch unbedingt lesen zu müssen. Vielen Dank an den dtv Verlag, der mir die Gelegenheit dazu gab.

Handlung

Fredenbüll ist ein verschlafendes Dorf in Nordfriesland. Die Idylle des ländlichen Lebens in dem fiktiven Dorf wird empfindlich gestört. Zunächst verschwindet Renate, die ansässige Pensionswirtin, spurlos und dann werden auch noch in der Jauchegrube vom Schweinebauer Schlodtfeld zwei Frauenleichen gefunden. Bei der ersten Toten handelt es sich um Hedi Schlodtfeld, die vermisste Ehefrau des cholerischen Schweinebauers. Bei den nachfolgenden Ermittlungen wird zusätzlich noch die Leiche von Birgit Böhnke in der Jauchegrube gefunden. Birgit Böhnke war Kellnerin im „Alten Krog“ im Nachbarort Reusenbüll. Für den Dorfpolizisten Thies Detlefsen, der von der schwangeren Kriminalhauptkommissarin Nicole Stappenbek aus Kiel unterstützt wird, ist der Fall klar – es muss sich um einen Serienmörder handeln. Die Spur führt die beiden Ermittler auch in das nahegelegene Dänemark, wo ähnliche Vermisstenfälle vorliegen. Tatsächlich gibt es Gemeinsamkeiten bei den Mordopfern, zum einen hatten alle Frauen eine Fussverletzung , zum anderen hatte jede Leiche eine Krawatte in den Farben Nordfrieslands um den Hals gebunden.

Meinung

Bei diesem Buch handelt es sich bereits um den vierten Küsten-Krimi von Krischan Koch. Man muss aber die vorherigen Bücher nicht unbedingt gelesen haben um sich einen Überblick über die Figuren zu verschaffen, aber es ist wahrscheinlich ratsam, da erstens das Buch Lust auf Mehr macht und zweitens teilweise Bezug auf vorherige Ermittlungen genommen wird. Wen Zweiteres aber genau so wenig stört wie mich, kann auch direkt mit diesem Teil loslegen. Der Titel Dreimal Tote Tante bezieht sich auf das in der Dorfkneipe „Hidden Kist“ ausgeschenkte In-Getränk „Tote Tante“ (das Rezept hat uns der Autor freundlicherweise im Anhang preisgegeben – ich werde es mit Sicherheit zu den kühleren Jahreszeiten genießen), in dem mehr oder weniger das soziale Leben von Fredenbüll stattfindet.  Aber auch im „Salon Alexandra“, dem ortsansässigen Nagelstudio und Friseurladen, findet viel Zwischenmenschliches statt. Das wöchentliche Landfrauentreffen zum Beispiel, zu dem die vermisste Renate regelmäßig vor ihrem Verschwinden gegangen ist,  wird jeweils dienstags in diesen Räumlichkeiten abgehalten. Hier möchte ich nur so viel dazu sagen: „Stille Wasser sind Tief“, vor allem nordfriesische. Bitte selbst im Buch lesen, die Idee die dahinter steht ist genauso überraschend wie genial. Die Figuren, allen voran der Dorfpolizist Thies Detlefsen, haben mir alle sehr gut gefallen. Thies ein typischer Dorfpolizist, der Seminare über Täterprofiling besucht hat und seine Ermittlungen auf das dort erlernte, theoretische Wissen aufbaut, war absolut mein Liebling. Aber auch die schwangere, scheinbar auf Alles allergische Kollegin Nicole, war eine Bereicherung für diese Geschichte. Auch das Rätsel, wer der Vater von ihrem noch ungeborenen Kind sein könnte, hat mich das ganze Buch über amüsiert.  Es kommt ja oft vor, dass gerade bei humorvollen  Büchern die Charaktere extrem dämlich dargestellt werden und dadurch das Buch, als auch die Geschichte, übertrieben wirken. Das war bei diesem Buch in keinster Weise gegeben. Die Figuren sind zwar alle etwas eigen, aber werden nicht als Idioten oder Blödmänner hingestellt. Krischan Koch hat es sogar geschafft, selbst die schwarzen Schafe von Fredenbüll mit einem gewissen Sympathiefaktor auszustatten. Der Humor wird in erster Linie über die Story verbreitet und das in ausgezeichneter Art und Weise.  Ich hatte jedenfalls jede Menge Lesespaß und möchte dieses Buch in meiner Bibliothek nicht missen.

Fazit

Wer auf Krimis mit Schmunzelgarantie steht, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich werde mir jedenfalls auch die vorherigen Teile zulegen.

Autor

Krischan Koch lebt dicht am Wasser – in Hamburg, wo er als Filmkritiker für den NDR arbeitet, und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er die verrückt bösen Kabarettprogramme für den „Hamburger Spottverein“ erfindet. Dort schreibt er, mit Blick auf die See, sehr erfolgreiche Kriminalromane.

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