Der Angstmann – Frank Goldammer

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Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Format: Broschiert, 336 Seiten, ISBN: 978-3-423-26120-3

Preis: € 15,40 (A), € 14,90 (D), € 12,99 (ebook)

Bewertung:

4 von 5 Pfoten

 

Der Angstmann von Frank Goldammer ist im September 2016 im dtv Verlag erschienen und wurde uns von Press & Books zur Verfügung gestellt. Wir möchten uns dafür herzlich bedanken. Dieser Kriminalroman spielt im Zweiten Weltkrieg und handelt nicht nur vom brutalen Mord an Frauen sondern auch von den Ängsten, Sorgen und Gefahren, die diese Zeit mit sich brachte.

»„Er kommt. Bei Alarm, und wenn du nicht rechtzeitig im Keller bist, dann holt er dich und macht dich tot!“« Das ist die Geschichte vom Angstmann, die Max Heller in den letzten Zügen des Zweiten Weltkrieges zu hören bekommt, als von zwei Jungen eine Leiche entdeckt wird. Es geht das Gerücht um, dass der Angstmann umgeht und tötet, dass es sich bei besagter Gestalt um ein Tier, nicht um einen Menschen handelt. 1944 in Dresden werden regelmäßig nach Alarmen Frauenleichen gefunden. Der Roman steigt gleich beim ersten Leichenfund ein. Zwei Burschen haben die Leiche einer jungen, entstellten und entblößten Frau in einem alten Ruderhaus entdeckt. Bei der Toten handelt es sich um Klara Bellmann, Krankenschwester, der furchtbar viele, aber nicht gleich tödliche, Verletzungen zugefügt wurden. Offensichtlich wollte der Täter, dass das Opfer Qualen leidet. Hellers Vorgesetzter SS-Obersturmbannführer Rudolf Klepp, ehemaliger Fleischer, will die Sache einfach auf sich beruhen lassen. Wer hat in Kriegszeiten auch Zeit den Mörder einer Frau zu suchen? Doch so einfach lässt sich Heller nicht von seinem Weg abbringen. Als dann wenig später noch weitere Leichen auftauchen, hat es Heller schon gepackt und er kann den Fall bzw. die Fälle nicht einfach ruhen lassen. Vor allem wie die Leichen zugerichtet sind spricht für einen Psychopathen und nicht für ein Tier. Doch Heller stößt bei seinen Ermittlungen immer nur auf Gegenwehr. Wird er es schaffen in diesen letzten Tagen des Krieges das Monster finden, dass sich feige an Frauen vergeht? Welches Motiv hat der Täter und wie viel hat Hellers Vorgesetzter mit der ganzen Sache zu tun? Und warum endet die Mordserie nach Ende des Krieges nicht?

Die Geschichte ist recht interessant, dass sie sich nicht nur mit den Morden beschäftigt, sondern auch die Thematik des Zweiten Weltkrieges behandelt. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich den Roman erst gar nicht lesen, als ich erfahren habe, dass die Story um 1944 stattfindet, aber die Hintergründe sind meiner Meinung nach gut recherchiert und nicht nur erfunden. Ich bin immer der Ansicht, dass es ziemlich schwer ist, dieses Thema zu behandeln, man macht sich damit nicht immer nur Freunde, es ist schon ein mutiger Schritt den Roman zu dieser Zeit spielen zu lassen, er hätte auch zu jeder anderen Zeit funktioniert. Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, der erste Teil behandelt die Zeit ein paar Monate vor Ende des Krieges, Teil 2 beginnt einen Tag nach dessen Ende.

Max Heller, der Hauptkommissar in dieser Geschichte, ist ein grundehrlicher und freundlicher Mann. Er ist verheiratet mit Karin und hat zwei Söhne, die beide an der Front sind. Und so bleibt es dem Kommissar nicht erspart, dass er sich nicht nur den Kopf über die Morde zerbrechen muss, sondern auch darüber, ob es seinen Söhnen gut geht und ob er sie je wieder sehen wird. Tagtäglich macht er sich um das Leben seiner Lieben und um sein eigenes Sorgen. Trotzdem möchte er die Morde unbedingt aufklären, ist der festen Überzeugung, dass Recht und Ordnung im zivilen Leben auch während des Krieges herrschen und es für die getöteten Frauen Gerechtigkeit geben muss. Nebenbei auch noch seine Frau trösten und besänftigen, sich um Essensmarken und Bezugsscheine kümmern und vor allem aufpassen, dass er wegen seines Nichtbeitritts zur Partei und zur Schutzstaffel nicht ins Visier von Ermittlungen kommt. Sein Vorgesetzter Klepp ist ihm da auch keine Hilfe, ist ihm Heller doch ein Dorn im Auge. Karin warnt ihn immerzu vor Klepp und der Gefahr, die diese machtgierige Person für ihn darstellt.

Der Angstmann zeigt ein realistisches Bild aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, für mich ein sehr bedrückendes. Und die Morde tragen zu der Stimmung auch noch zusätzlich bei. Natürlich erschwert die Zeit auch die Aufklärung der Morde: für Obduktionen der Opfer steht weder die Zeit noch das – nach heutigem Standard – notwendige Gerät zur Verfügung. Ich fand gut, dass Frank Goldammer diese Ermittlungsarbeiten nicht übertrieben und modern dargestellt hat, sondern tatsächlich der Zeit entsprechend. Das Buch war einfach zu lesen, allerdings baut Goldammer immer wieder direkte Reden – auch im Dialekt – ein, da musste ich das ein oder andere Mal zweimal drüber lesen. Ansonsten ist dieser Krimi einfach, toll und verständlich geschrieben.

Fazit

Grundsolider Krimi, tolle Story und Spannung gepaart mit unserer Geschichte tragen zu einem tollen Leseerlebnis bei.

AutorIn

Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren und ist eigentlich Maler- und Lackierermeister. Mit Anfang zwanzig begann er zu schreiben und verlegte seine Romane zuerst im Eigenverlag. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in Dresden.

Lieben Gruß, Alexandra

Press & Books

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