Mercy: Ohne Gnade – Debra Anastasia

 

Verlag: Sieben Verlag

Format: eBook, 408 Seiten

ISBN: 978-3-864437-88-5

Preis: € 13,30 (A), € 12,90 (D), € 6,99 (eBook)

Bewertung:        

 

Vorab ein herzliches Dankeschön an netgalley.de und an den Sieben Verlag, dass mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Ich bin schon seit längerem ein Fan der absolut verrückten amerikanischen Autorin Debra Anastasia. Mercy: Ohne Gnade ist leider ihr erstes und bisher einziges Buch, dass ins Deutsche übersetzt wurde. Ich hoffe allerdings, dass es nicht das einzige bleibt. Ich bin auf Debra durch ihre Poughkeepsie-Serie aufmerksam geworden. Diese Serie hat mich absolut in ihren Bann gezogen. Oftmals sind ihre Geschichten einfach nur kurios und man fragt sich: Was will sie mir sagen? Was möchte sie damit bezwecken? Und um ganz ehrlich zu sein, es gibt auch das ein oder andere Buch, dass mir garnicht gefallen hat (Beast). Ihre Bücher sind auf jeden Fall anders, das möchte ich nicht bestreiten, aber jedes für sich ist einzigartig und ihre Botschaften sind immer positiver Natur – zumindest gegen Ende hin. Für Debra Anastasia gilt: entweder man liebt sie oder man hasst sie!

Mercy ist der Straßenname von Fenix Churchkey (kurz Nix), der bereits als Kind unter seinem gewalttätigen Vater litt. Als er vor 15 Jahren mitansehen muss, wie sein Vater seine hochschwangere Mutter aus Eifersucht tötet, bricht seine komplette Welt zusammen. Unbemerkt vom Vater kann seine Schwester gerettet werden und lebt ab diesem Zeitpunkt bei seiner Tante, doch Nix muss weiterhin Schläge einstecken und tagtäglich um sein Leben fürchten. Als er eines Tages in einem Supermarkt Eier fallen lässt und sein Vater stinksauer wird, ist er sich sicher, dass er den Tag nicht überleben wird. Doch dann geschieht das Undenkliche: ein kleines Mädchen, ungefähr in Fenix´Alter, eilt ihm zu Hilfe. Nix war die Schläge und die Blutergüsse gewohnt, was er allerdings nicht gewohnt war ist, dass ihm jemand zu Hilfe kam. Das Mädchen, Rebecca Dixie Stiles, war von diesem Augenblick an seine persönliche Superheldin. Jeden Tag seines restlichen Lebens musste er an sie denken.

Aber auch Becca musste jeden Tag an den kleinen Jungen mit den traurigen Augen denken. Sie wollte ihm doch so sehr helfen, hat in seinen Augen genau gesehen, dass etwas absolut nicht in Orndung war. Jeden Abend betete sie für ihn, dafür, dass es ihm gut ging. Zu diesem Zeitpunkt war ihr nicht klar, dass Nix´ Vater einen Groll auf sie hegte und man sich immer zweimal im Leben begegnete.

Becca arbeitet in einer Bar, ihre Mutter sucht für sie den perfekten Mann, doch davon will Becca nichts wissen. Eigentlich hat sie es satt für ihre Mutter, die sie Mother Monster nennt, immer perfekt sein zu müssen, seit der Vater sie verlassen hat, als sie acht Jahre alt war. Doch immer wieder macht sie sich bewusst, dass sie der einzige Mensch ist, den ihre Mutter noch hat. Der Vater hat kurz darauf geheiratet und eine neue Familie gegründet, wollte von den beiden nichts mehr wissen. Das hat die Mutter bis zum heutigen Tag nicht überwunden und verlangt daher, von sich selbst und von Becca, Perfektion.

Im Gegensatz zu Becca, die trotz allem relativ gut behütet aufgewachsen ist, war das Erwachsenwerden für Nix ein einziger Albtraum. Abgesehen davon, dass er mit ansehen musste, wie seine Mutter durch die Hand des eigenen Vaters starb, wurde er von seiner Schwester getrennt und durfte nie Kontakt zu ihr aufnehmen. Die Geschehnisse hinterließen große Narben, physisch und psychisch. Aus dem Jungen wurde ein Mann und aus dem Mann wurde ein Hacker, Programmierer und, um sich sein Leben zu finanzieren, ein Auftragskiller – ohne Gnade. Weil er seinem Vater so ähnlich sah, entschied er sich dazu, sich von Kopf bis Fuß tätowieren zu lassen. Seinen ganzen Körper, vom Haaransatz bis zu den Zehen, ziert ein Skelett. Und da er sehr schnell, genau und unerkannt handelt, und noch nie jemand das lebende Skelett gesehen hat, ist er sowas wie ein Mythos.

Seine technischen Fähigkeiten nutzt Nix dafür, die Mädchen in seinem Leben zu beobachten (man könnte es auch stalken nennen), um dafür zu sorgen, dass ihnen nichts zustößt. Er weiß von den Rachegedanken seinen Vaters Rebecca und seiner Schwester gegenüber und er hat sich geschworen, dass er die beiden für den Rest seines Lebens vor ihm beschützen würde. Nicht so wie seine Mutter. Mercy weiß alles über Becca. Er beobachtet sie über eine App, die er eigens für sie entwickelt hat und dadurch per Kamera Zugang zu ihrem Leben hat. Und er ist schon seit Jahren hoffnungslos in sie verliebt. Als Rebecca angegriffen wird ist sich Mercy sicher, dass sein Vater wieder da ist. Mit Hilfe seines besten Freundes Animal versucht er sie so gut wie möglich zu beschützen und zeigt sich ihr. Becca fühlt sich zu ihm hingezogen, doch hat ihre Liebe tatsächlich jemals eine Chance? Was wenn Becca herausfindet, dass sie seit Jahren beobachtet wird? Oder noch schlimmer, was, wenn Mercys Vater sie in die Finger bekommt?

Was mich besonders in dieser Story beeindruckt hat, sind die Freundschaften, die die Autorin hier beschreibt. Mercy und Animal stehen immer füreinander ein, egal was kommt. Sie sind wie Brüder, durch ein unsichtbares Band verbunden. Aber auch die Beziehung zwischen Becca und ihrer besten Freundin Henry (sie und ihr Lebensgefährte Dick Dongy ist sind die Hauptfiguren in Debra Anastasias Buch Beast) ist einzigartig. Egal, in welcher Lage sich Becca befindet, Henry lässt alles liegen und stehen, schnapp sich Dick und macht sich auf den Weg zu ihr. Die Verbindung, die diese beiden Paare miteinander haben, ist bruchfest und absolut wünschenswert. Und dann ist da noch die Beziehung zwischen Becca und ihrer Mutter. Anfangs geht man davon aus, dass Becca sie nicht mag, aber im Laufe der Geschichte entdeckt man dieses feste Band zwischen Mutter und Tochter und es ist so schön.

Die Liebesgeschichte zwischen Becca und Nix ist auch einzigartig. Sie zeigt uns, dass der erste, äußerliche Eindruck vielleicht nicht immer richtig ist. Nix/Mercy ist eine furchteinflößende Gestalt, aber Becca lässt sich davon nicht abschrecken. Sie sieht hinter die Fassade und dort einen schönen Menschen, der es wert ist, geliebt zu werden. Auch wenn andere Menschen und Nix das von sich selbst nie behaupten würden. In Becca hat er jemanden gefunden, der nicht nur auf sein Äußeres schaut, und das obwohl Beccas Mutter immer sehr viel Wert darauf gelegt hat und sie es eigentlich anders gelernt hat. Rebeccas Geste am Ende ist herzerwärmend. Und auch die Tatsache, dass sich ihre Mutter mit jemandem wie Mercy für ihre Tochter zufrieden gibt, spricht für alle Menschen in Rebeccas Leben.

Die Story ist durchzogen von viel Action und ziemlich rasant, man findet sich gut zurecht, weil sie nur aus zwei Perspektiven erzählt ist. Sie beinhaltet eine tolle Liebesgeschichte und natürlich auch ein paar heiße Szenen ;-). Ich habe das Buch am Stück durchgelesen, weil es ziemlich interessant war und mich gefesselt hat. Natürlich sind Dinge wie Mord, Stalking und dergleichen keine besonders liebenswerten Eigenschaften an einem Mann, aber man sieht darüber hinweg, wenn man Mercy im Laufe der Geschichte näher kennenlernt. Ein besonderes Extra ist auch noch eingebaut: in der Story kommen zwei Nutten namens Debra und Helena vor. Die Autorin bezieht sich damit auf sich selbst und ihre beste Freundin und Autorenkollegin Helena Hunting. Ich fand das beim Lesen total lustig. Auch andere Charaktere in der Geschichte sind nach Freunden und Bekannten der Autorin benannt. Und wenn euch dieses Buch gefallen hat, dann könnt ihr euch freuen, denn auch Animal hat bereits seine eigene Geschichte (momentan nur auf englisch erhältlich – Havoc) und ich hoffe, auch diese wird übersetzt. Was mich persönlich ein wenig gestört hat, ist die Übersetzung, die war teilweise nicht so besonders. Leider ist das ganz oft der Fall und ich finde, da könnten sich die Übersetzer/der Verlag echt ein wenig mehr anstrengen.

Fazit

Die Story über den Auftragskiller mit Herz und die Kellnerin mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn hat mir sehr gut gefallen. Es war alles dabei: Action, Herzschmerz, Happy End!

AutorIn

Debra Anastasia ist seit 20 Jahren verheiratet und lebt mir ihrem Mann, den zwei Kindern, drei Hunden und einer Katze in Maryland. Sie schreibt Liebesromane aller Art: Paranormal, Komödien, Dark Romance ……….

Wenn ihr mehr über Debra erfahren wollt, dann könnt ihr das am besten über ihre Facebook Seite https://www.facebook.com/debra.anastasia oder ihrer Homepage http://www.debraanastasia.com/. Viel Spaß dabei!

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