Flugangst 7A – Sebastian Fitzek

 

Verlag: Droemer Knaur GmbH & Co. KG

Format: Hardcover, 400 Seiten

ISBN: 978-3-426-19921-3

Preis: € 23,70 (A), € 22,90 (D), € 16,99 (e-book), € 28,99 (Hörbuch)

 

Meine Bewertung:    (3,5)

Sebastian Fitzek ist bei uns zu Hause ein Fixpunkt, ein Muss. Sein letzter Psychothriller ist da keine Ausnahme, schon alleine wegen des großartig umgesetzten Covers, musste ich es unbedingt haben.

 

Auch der Klappentext ließ auf ein weiteres Meisterwerk hoffen. Also hab ich mich auf den Weg gemacht, hab mir das Buch besorgt und es dann erst mal ins Regal gelegt. Und jetzt endlich habe ich es geschafft, es auch zu lesen. Und was soll ich sagen? Ihr seht es an meiner Bewertung, komplett vom Hocker gehauen hat es mich nicht.

Sebastian Fitzek ist im deutschsprachigen Raum mit Abstand mein Lieblingsautor, wenn es um das Genre Psychothriller geht. Seine bisherigen Bücher habe ich reihenweise verschlungen, immer schon mit großer Erwartung auf die nächste Veröffentlichung gewartet. Leider war ich bei Flugangst 7A nach dem Lesen ein wenig enttäuscht. Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist mit Sicherheit nicht schlecht. Es ist gut durchdacht, sicherlich sehr gut recherchiert, aber es ist für mich kein „typischer“ Fitzek. Diese Aussage muss ich allerdings ein klein wenig relativieren, da allgemein gesagt wird, dass Flugangst 7A eher in die selbe Kategorie wie Passagier 23 eingeordnet werden kann/muss (und das ist eines der wenigen Bücher, die ich nicht gelesen habe).

Psychiater Dr. Mats Krüger lebt seit dem Tod seiner Frau in Buenos Aires. Er hat seine Tochter Nele in Berlin zurück gelassen. Doch nicht ganz ohne Grund. Nele hasst ihren Vater. Hat sie ihn doch am Todestag der geliebten Mutter dabei erwischt, als er einen One-Night-Stand mit seiner Kollegin Felicitas hatte. Vor kurzem hat Nele allerdings unerwartet Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen, ihn gebeten, sie zu unterstützen. Denn Nele erwartet ihr erstes Kind und hat Angst, dass sie diese Aufgabe alleine nicht bewältigen kann. Der Kindsvater hat sie verprügelt, möchte das Baby unter keinen Umständen, denn Nele ist HIV positiv.

Also macht sich Mats trotz seiner panischen Flugangst auf den Weg zurück zu Nele nach Berlin. Was er nicht weiß: Nele hatte bereits ihren Blasensprung und war auf dem Weg ins Krankenhaus, während er das Flugzeug betrat. Doch angekommen ist sie dort nie. Nele wurde entführt und wird als Druckmittel eingesetzt, um Mats davon zu überzeugen, das Flugzeug abstürzen zu lassen. Gelingen soll ihm das mit Hilfe seiner ehemaligen Patientin und Chefstewardess Kaja Classen, die er vor Jahren davon abgehalten hatte an ihrer Schule Amok zu laufen.

Seit Jahren hat Mats sich nicht mehr bei Feli gemeldet, aber in diesen Zeiten der Not ist sie seine Ansprechperson. Vom Flugzeug aus nimmt er telefonisch Kontakt zu ihr auf und bittet sie um Hilfe. Die Polizei kann er nicht verständigen, dann ist Nele tot, sagen die Entführer. Aber er vertraut sich Feli an und verlässt sich auf ihre Unterstützung.

Wie wird Mats sich entscheiden? Wird er das Leben von 626 Passagieren und Crewmitgliedern an Board der Maschine für das Leben seiner Tochter und seines Enkelkindes opfern oder findet er eine Lösung, um alle Beteiligten (einschließlich sich selbst) zu retten?

Flugangst 7A wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Allem voran aus der Sicht von Mats, seiner Tochter Nele und aus Felis, aber auch aus der des Entführers und vielen anderen Personen. Ich glaube, dass die Geschichte in diesem Fall die unterschiedlichen Sichtweisen benötigt, sonst würde sie nicht funktionieren. Wie anfangs schon erwähnt, bin ich davon überzeugt, dass der Autor sehr viel Zeit in Recherche investiert hat, was mir allerdings gefehlt hat, war hier eindeutig der Thrill, den Fitzek mit anderen Büchern wie Die Therapie, Der Seelenbrecher oder aber auch Der Augensammler top auf den Punkt gebracht hat. Der Plot ist gut konstruiert, es läuft ein roter Faden durch die ganze Geschichte, es ist toll geschrieben – Sebastian Fitzek ist ein toller Geschichtenerzähler. Bei mir kam leider weder Spannung noch Nervenkitzel auf.

Und auch wenn alle Aussagen im Buch den Tatsachen entsprechen (in den Anmerkungen weist Herr Fitzek darauf hin, dass alle seine Fakten auch tatsächlich stimmen), wirken sie wie an den Haaren herbei gezogen. Ich denke, dass hat mit der Masse der Informationen zu tun, die man während des Lesens verarbeiten muss. Fitzek behandelt hier die Themen Phobien, HIV, Krebs, Schwangerschaft, häusliche Gewalt, verschmähte Liebe, Tod, Psychosen, Terror…….. – und das alles auf gerade einmal 380 Seiten. Da verwundert es nicht, dass man in so mancher Rezension liest, dass alles wirkt, als wäre es an den Haaren herbei gezogen ist.

Bei einem Thriller ist es schwierig den Inhalt wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten, deshalb hab ich mich aufs Wesentliche konzentriert. Wer mehr erfahren möchte, und vor allem wissen will, wie es ausgeht, der muss das Buch schon selbst lesen. Und dazu rate ich, denn Geschmäcker sind bekanntlich ja verschieden und jeder sollte sich selbst ein Bild machen.

Noch eine aller letzte Anmerkung: Die Anmerkungen (Seite 383 – 394) fand ich sehr erheiternd und sollte Herr Fitzek jemals eine Komödie veröffentlichen, dann werde ich auch diese lesen und mit Sicherheit genießen.

Autor

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

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